Vernunft ist das Ende der Kreativität! | Udo Jürgens
Momentan bin ich sehr vernünftig. Mich nervt das. Aber was sein muss, muss sein.
Vernunft ist das Ende der Kreativität! | Udo Jürgens
Momentan bin ich sehr vernünftig. Mich nervt das. Aber was sein muss, muss sein.
Kalt ist es. Den Junioren viel zu kalt und mir auch. Sehr gerne würde ich mich einfach in mein Bett legen, mir die Decke über den Kopf ziehen und schlafen. Nebenbei Podcast hören, eventuell Minna bitten, mir etwas zum Trinken zu bringen und nur aufstehen, wenn es unbedingt nötig ist.
Stattdessen bin ich um halb sechs aus den Federn geschlüpft und hab mein Tagwerk begonnen. Morgenroutine, mit Junioren anziehen etc. pp. Wiebke habe ich gerade noch vor dem Ertrinken gerettet – wäre ich zwei Minuten später gekommen, das Bett wäre pitschnass gewesen.
„Winter ist blöd. Da muss man so viel anziehen!“, greint Carsten und das Töchting weigert sich eine Mütze aufzusetzen. Zum einen hat sie Angst, dass ihr schöner Zopf verwuschelt und zum andern kratzt – meint sie – ihre feine Angoramütze. Es bewahrheitet sich einmal wieder der Spruch: Wer schön sein will, muss leiden!
Die Straßen sind glatt. Ich lasse das Auto stehen, gehe zu Fuß zum Zahnarzt und zeig ihm meine schmerzende Zunge. „Sie haben eine klassische Landkartenzunge, machen kann man da wenig.“ Wusste ich schon, hat mir mal ein Zahnarzt gesagt, da war ich sechzehn, er fand es interessant, ich nur lästig. Momentan schmerzt die Zungenspitze, es brennt höllisch. Hat wohl auch was mit der juckenden Nase und dem Kopf zu tun.
∙∙∙∙∙
Halb zwölf Uhr Mittag: Rechts neben mir liegt ein Buch und links vor mir ein Berg Wäsche, der zusammengelegt werden muss, mein Magen knurrt und Durst habe ich auch. Ich kann/will mich nicht entscheiden und mache die Augen zu, greife mir die alte Kuscheldecke und penne eine Runde …
… und leider keine Bilder vom großen Fest!
Es waren mindestens vierzig Menschen, die mit uns gefeiert haben und alle (?) hatten Spaß! Die Junioren waren völlig platt und ich bin das jetzt. Emotional war’s schon eine riesige Anstrengung für mich. Aber ein Erfolg auf ganzer Linie.
Liebe Geburtstagskinder, liebe Gäste!
Oh menno, was hat mich bloß geritten, eine Rede halten zu wollen? Ich bin schrecklich aufgeregt.
Dass ich eine Rede halten wollte, für diese besondere Geburtstagsfeier, stand schon ziemlich früh fest.
Dass mir aber nichts eingefallen ist – Reden schreibe ich äußerst selten, eigentlich nie – das hat mich dann doch unter Druck gesetzt.
Okay, wo fange ich an?
Am besten damit, dass ich mich freue, dass ihr alle hier seid und dass ihr so zahlreich von nah und fern zu diesem Fest angereist seid. Ist es nicht toll, wie weit die Leute reisen, wenn es Kaffee, Kuchen, was zu trinken und Vesper gibt?
Heute feiern wir einen ganz besonderen Tag – den Geburtstag meiner wunderbaren Kinder. Es ist ein Tag voller Freude, Liebe und dankbarer Erinnerungen.
Lasst uns heute zusammen lachen, spielen und feiern!
Ob es die kleinen Schritte sind, die sie gemacht haben, oder die besonderen Momente, die wir gemeinsam erleben – jeder Augenblick ist kostbar. Gemeinsam haben wir Herausforderungen gemeistert und unvergessliche Abenteuer geteilt. Meine Junioren lehren mich, was es bedeutet, echte Stärke zu zeigen.
Der Kerle ist schon 50 Jahre alt und das Töchting 5 Jahre und 2 Tage jünger.
Vor 10 Jahren hatte Carsten seinen Schwabengeburtstag und ist bis heute nicht g‘scheit geworden. Manch einer kann sich erinnern. Es gab Flammkuchen satt.
Wiebke habe ich damals in die Hand versprechen müssen, dass sie auch eine große Geburtstagsfeier zum 40. bekommt. Aber Corona hat uns/mir einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Heute ist es soweit, heute feiern wir in erster Linie dich, Wiebke.
Lasst mich ein bisschen über die beiden erzählen, denn sie sind schon ein tolles Geschwisterpaar:
Einen runden Start ins Leben hatten beide nicht. Die Ärzte gaben ihnen wenig Chancen. Aber das focht sie nicht an und tut‘s heute noch weniger. Sie haben es allen gezeigt. Die Junioren sind zäh.
Sehr klein sind sie zur Welt gekommen und klein sind beide bis heute. Der Kleinste hat dafür die größte Klappe, aber das Prinzesschen, das anfangs gar nicht reden wollte, holt auf.
Dass Carsten zwei Tage vor ihr Geburtstag hat, findet Wiebke nach wie vor ungerecht und sie gratuliert ihm erst am Morgen ihres eigenen Geburtstages. Wiebke findet es blöd – und ein bisschen finde ich das auch – weil sie tatsächlich oft vergessen und hintenangestellt wird.
Die beiden sind ein eingespieltes Team in Mama ärgern.
Verbündete in jeder Lebenslage. Immer mit dem Schalk im Nacken. So ein Geschwistergespann gibt‘s nicht oft.
Carsten gibt den Ton an und kommandiert, Wiebke führt es aus und macht.
Geredet hat der Kerle schon immer viel. Inzwischen steht das Töchting ihm aber nichts nach.
Die können quasseln, ihr glaubt es nicht!
Aber ihr kennt sie ja, und wenn nicht, dann lade ich euch ein, sie kennenzulernen. Es lohnt sich.
Beide sind starke Persönlichkeiten.
Liebenswert.
Fröhlich.
Nervig.
Sehr diskussionsfreudig mit starken Argumenten.
Manchmal zickig.
Wütend.
Zornig.
Aber auch begeisterungsfähig.
Carsten ist ein Charmeur und sehr diplomatisch.
Wiebke, wenn sie lacht – dann kann ihr keiner widerstehen.
Sie sind mutige, freundliche, neugierige und sehr unternehmungslustige Menschen.
Ihr Leben war anfangs angezählt. Sie haben bewiesen, dass man darauf nichts geben kann.
Auf zum Ende mit dem Gestammel.
Ich wünsche uns viele weitere Glücksmomente und neue Abenteuer zusammen! Ich freue mich auf die kommenden Jahre mit euch allen, voll von Liebe und Freude.
Alles Gute, meine geliebten Kinder!
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