Gedanken, Gedicht

absolut geil

Nicht mein normaler Sprachgebrauch, aber dass Demonstrationen gegen rechts wegen Überfüllung  – zum Beispiel in München – abgebrochen werden, das ist supergeil! 

Nachtrag um 16:40

Heute zwischen Gestern und Morgen

Wie Gestern und Morgen
sich mächtig vermischen!
Hier ein Stuhl – da ein Stuhl –
und wir immer dazwischen!
Liebliche Veilchen im März –
Nicht mehr.
Proletarier-Staat mit Herz –
Noch nicht.
Noch ist es nicht so weit.
Denn wir leben –
denn wir leben
in einer Übergangszeit –!

Geplappertes A – B – C
bei den alten Semestern.
Fraternité – Liberté –
ist das von gestern?
Festgefügtes Gebot?
Nicht mehr.
Flattert die Fahne rot?
Noch nicht.
Noch ist es nicht so weit.
Denn wir leben –
denn wir leben
in einer Übergangszeit –!

Antwort auf Fragen
wollen alle dir geben.
Du mußt es tragen: ungesichertes Leben.
Kreuz und rasselnder Ruhm –
Nicht mehr.
Befreiendes Menschentum –
Noch nicht.
Noch ist es nicht so weit.
Denn wir leben –
denn wir leben
in einer Übergangszeit –!

Theobald Tiger alias Kurt Tucholsky

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Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨ Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank!

3 Gedanken zu „absolut geil“

  1. Trude sagt:

    Da kann ich dir nur absolut zustimmen. Unser Land ist noch nicht verloren 🙂

    Liebe Grüße
    Trude

  2. C Stern sagt:

    Endlich wissen die Menschen, was zu tun ist! Aufstehen – für die Menschlichkeit! Und zwar als beeindruckend große Menge … ich verfolge die Demos mit.
    Liebe Grüße, C Stern

  3. Margrit sagt:

    Absolut geil

    Ich hab das gestern zum ersten Mal im Leben gehört, dass eine Demo wegen Überfüllung vorzeitig beendet wurde, ich glaube Hamburg. Und jetzt also München! Wer hätte das gedacht, dass das politische Klima sich plötzlich so erfreulich ändert.

    Großartiger Tucholsky.

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