voller worte

Lieber Gott im Himmel …

… und auf Erden, da ist sie wieder – die Angst, meine ungeliebte Begleiterin seit Kindertagen!

Es ist so blöd, es hilft kein blödeln und Späßchen machen; es hilft nicht, mir die Decke über den Kopf zu ziehen; MenschÄrgereDichNicht spielen hilft nicht und lachen auch nicht. Diese bescheuerte Panik – nur weil ein Brief gekommen ist (aber der Brief hat die Angst nur verstärkt – nicht hervorgerufen), nur weil ein Brief vom Sozialamt gekommen ist! Manche Briefe öffne ich nicht, weil ich nicht wissen will, was drin steht, weil ich denke, dass ich etwas falsch gemacht habe und sie mich zur Rechenschaft ziehen wollen und ich dem nicht gewachsen bin.

Ist das jetzt depressiv? Ist solch eine Angst nicht völlig abstrus? Ich will endlich die Therapie beginnen – ich halte diese Angst körperlich nicht mehr aus. Meine Beine brechen weg, ich zittere innerlich und nach außen markiere ich den dicken Max.

Lieber Gott im Himmel und auf Erden, ich zweifle an dir – warum lässt du das zu? Meine Kraft kann ich, weißt du, sehr gut für die Pflege der Junioren gebrauchen, die muss ich nicht für potemkinsche Dörfer aufbringen …


Herr
verscheuche diese Angst
gib sie frei
lass sie fliegen
irgendwohin
wo sie
zufrieden
und glücklich
sein kann.

Nur nimm
sie mir
und
gib mir Zuversicht
viel Liebe
und Geduld

– mit mir!

©petra ulbrich

Es regnet

Es regnet, es ist kalt, zum Glück schneit es hier nicht – hier schneit es sowieso nicht viel – aber, mir scheint, es ist auch nicht Ende April!

Bald wird es heiß sein, viel zu heiß, eine gemäßigte Temperatur ist in unseren Breiten- und Längengraden nicht mehr drin! Schade!

Jetzt kommen wir nicht raus, weil es kalt ist – Rollifahrer frieren eben bedeutend schneller, als Läufer. Im Sommer kommen wir nicht raus, weil es zu heiß ist – Rollifahrer können nicht einfach mal eben sich unter Bäume setzen und g’schind ins Wasser springen.

Es regnet, es ist kalt; die Junioren sind in der Werkstatt – dort ist es warm, zum Glück! Arbeit haben sie keine. Das nervt den Kerle ungemein, dem Töchting stört das nicht, sie setzt sich einfach an den Tisch und puzzelt.

Carsten arbeitet gerne, leider kann er nicht so, wie er will. Er ist viel zu klein und viel zu schwach…

Aber ich schweife ab. Ich wollte übers Wetter reden. Denn der Regen ist gut, dringend notwendig für den Garten. Bei mir ist nichts erfroren, wir haben auch keine Apfelbäume. In den Weinbergen dagegen sieht es düster aus, zum Glück war noch keine Blütezeit – aber die Obstbauern!

Es regnet immer noch und ich werde nicht meine Jacke anziehen und mir die nassen Häuser angucken, durch Pfützen laufen und anschließend Tee trinken. Ich trinke den Tee lieber gleich…

Frage | 27. April 17

Heute lasse ich Carsten fragen: Die Menschen trauen mir nichts zu. Alle gucken immer so komisch, entweder sehen  sie mich nicht, oder wollen mich nicht angucken.  Das ist sehr schade, denn ich habe viel zu erzählen.

Was meint ihr, gibt es immer noch Menschen, die denken, dass eine Behinderung ansteckend ist?

Schon wieder Mittag

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