Seite 21 von 107

Ach Leute

Schon wieder lassen mich, gleich zwei, Helfer in Stich. Auch dies Wochenende kann ich komplett allein organisieren. Hoffentlich ist es möglich wenigstens für die Schifffahrt am Sonntag jemanden zu akquirieren – denn das würde eine heftige Herausforderung für mich sein! Und dann kommt auch noch Jens Span mit dem Satz, den er der Augsburger Allgemeinen bei einem Interview sagte: „Wenn von einer Million Pflegekräften 100.000 nur drei, vier Stunden mehr pro Woche arbeiten würden, wäre schon viel gewonnen.“ Ziemlich harter Tobak. Haben ein Gewehr! Ich wäre froh, wenn ich fürs Wochenende verlässliche Helfer hätte.

Wahrscheinlich könnt ihr euch nicht vorstellen, wie die Wochenenden für uns sind – und wenn ich sie schildere, dann ist auch das nur eine Momentaufnahme. Den Frust, die große Freude, den Spaß und die gute oder schlechte Laune kann ich gar nicht so genau wiedergeben, denn oftmals ist es alles zusammen. Am schlimmsten sind die Essenszeiten. Immer und immer wieder – nicht nur manchmal – immer gibt es Gezeter und Stress. Da kann ich noch so gut kochen, noch so schön den Tisch decken und eventuell Mitesser einladen – es kommen keine mehr, weil sie die Situation nicht aushalten. Dafür fresse ich alles in mich rein – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich werde dicker und das gefällt mir überhaupt nicht. Ich war immer schlank und jetzt kriege ich einen Bauch – es nervt! Sicherlich ist es auch ein Problem, das viele Frauen in meinem Alter haben. Nach den Wechseljahren ist der Stoffwechsel noch reduzierter und mit meiner Lunge ist es nicht so einfach Sport zu treiben – schon gar nicht den, den ich möchte. Klettern möchte ich. Aber ohne Puste und Kondition, ein Unding.

Musik – heute gibt es Gershwin:

Ich mag ihn gern, den Nigel Kennedy.

∙∙∙∙∙·▫▫▫▫ᵒᵒᵒᴼᴼ ᴼᴼᵒᵒᵒ▫▫▫▫∙∙∙∙∙·

Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas Gutes tun!

 

noch en Gedicht


Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas Gutes tun!

nebulös

Wir sind sechs Geschwister und ab und zu haben wir auch Kontakt. Aber es ist verdammt schwer zu hören, dass wir alle einen Knacks haben – der eine mehr, der andere weniger.

Ist das eigentlich normal?

Viertausendzweihundertsiebzig

Den Betrag in € – dann habt ihr eine Sitzschale für einen vorhandenen Rollstuhl und die nötige Reparatur desselben. 

Hilfsmittel sind schweineteuer!

pragmatisch und nachdenklich

Die Sonne scheint, der Himmel ist blau – ein schöner Spätsommertag kündigt sich an. Dass ich dennoch nachdenklich bin, liegt auch daran, dass die Junioren heute zur Knochendichtemessung müssen/dürfen/sollen. Ob es uns schlussendlich etwas bringt, wir vermehrt neuerliche Knochenbrüche vorbeugen können, ist fraglich. Bei einem Glasknochendefekt spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass es eigentlich müßig ist zu wissen, dass die Knochen im Alter wieder leichter brechen.  Trotzdem möchte ich gerne wissen, was in der nächsten Zeit – so eine fortgeschrittene Osteoporose festgestellt wurde – auf uns zukommt. Abgesehen davon, dass Carsten in der letzten Zeit sich lediglich die Zehen gebrochen hat und Wiebke vermutlich nur den kleinen Finger – abgesehen davon, sind auch die kleinsten Knochenbrüche schmerzhaft und wenn wir etwas dagegen machen können, wäre das fantastisch!

Mir geht aber noch so viel mehr durch den Kopf. Die Waldrodung im Hambacher Forst, mit welcher Gewalt wird dort ein Stück Kulturlandschaft zerstört. Heute Morgen habe ich gehört, dass dieser Wald 1200 Jahre alt ist – eintausendzweihundert – RWE zerstört das für einen Brennstoff, der eh keine Zukunft hat. Der Wald hätte sie, die Zukunft. Ganz am Rand ist Herr Maaßen ein Thema. Aber über diesen Menschen und unseren Innenminister ist in letzter Zeit so viel gequatscht, klug geredet und geschwafelt worden – ich will nicht auch noch. Die Pflege ist mein Thema und das Geld, was Altenpfleger bekommen – reichlich wenig. Auch mich betrifft es und da beißt sich die Katze in den Schwanz – ich müsste, wenn Pflegekräfte das verdienen, was sie verdienen müssten, auch mehr Geld zu Verfügung haben, um Helfer bezahlen zu können. Es gibt nur keine Helfer und es gibt keine Pflegekräfte. Jedenfalls keine jungen belastbaren! Ich glaube, ich lasse es lieber. Ich darf mich darüber nicht aufregen, ich sollte es und auf die Straße gehen – aber dafür fehlt mir die Kraft, die ich anderweitig dringend für die Pflege der Junioren gebrauche.

… nee, ich bade jetzt Carsten – der bringt mich wieder auf andere Gedanken!

Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas Gutes tun!

 

 

© 2018 voller worte

Theme von Anders NorénNach oben ↑