Schneckenalarm

… der Wind ist heftig, Carstens Kappe ist ihm vom Kopf geweht, Wiebkes Gänsehaut sieht lustig aus (Originalton vom Töchting). Mein Garten ist auf Vordermann und die Wolken jagen über den Himmel.

Meine Haare wachsen nicht, ich möchte dran ziehen! Wiebke will wieder Pipi Langstrumpf-Pumuckl-Zöpfe – feuerrot und keinen Millimeter abschneiden lassen. Carsten tendiert zu blau und ich vertröste auf „für nach der Kur“!

Im öffentlichen Bücherschrank habe ich heute einen Roman ergattert, den ich schon am frühen Nachmittag fast ausgelesen habe und jetzt lauere, dass die Junioren bald ins Bett gehen. Barbara Honigmann schreibt über eine ganz gewöhnliche französische Straße in Straßburg…. Einfache unverstellte Sprache, Multikulti – eine Straße, in der dir die ganze Welt begegnet.

Lieb sein

Wie ich das schon als wildes Mädchen nicht mochte – lieb sein und als liebe Petra bzw. liebe piri betitelt zu werden. Ich bin selten lieb, war es nie und will es auch nicht sein!

Lieb klingt brav, angepasst und für mich nicht frei. Wenn ich lieb bin, dann für Menschen, die mir nahe stehen. Das tönt aufmüpfig und trotzig, einem Kleinkind gleich. Das nicht lieb sein wollen (oder dürfen) liegt in meiner Ursprungsfamilie begraben – ja, tatsächlich begraben, denn es wird nicht darüber gesprochen, tot geschwiegen.

Viel mehr, als das ich lieb sein will, möchte ich akzeptiert und anerkannt werden. Das empfinde ich als wertvoller, als lieb, nett und schön zu sein…

schwummrig

Tagesschaulink

Was ist der Mensch wert? Das denke ich mir bei diesen Meldungen. Mir ist schwummrig – ja, mir ist grottenschlecht. Da verdienen Wirtschaftsbosse Millionen an Euro und der Dienst am Menschen wird nicht vernünftig bezahlt und die wenigen Helfer reiben sich auf.

Habt ihr schon mal gehört, dass ein Manager ein schlechtes (soziales) Gewissen seinem Job gegenüber hat. Es wird es sicherlich geben. Aber deswegen wird er den Beruf nicht wechseln, um alten oder behinderten Menschen den Arsch abzuwischen.

Das Problem ist allgemein bekannt. Die Bevölkerung wird älter und braucht Helfer in der Pflege oder Krankenhaus. Ich möchte nicht, dass Carsten und Wiebke nur so mal eben versorgt werden – nach dem Motto: Satt, sauber, still! In welcher Gesellschaft leben wir, dass wir Menschen – jeden Menschen – so wenig wertschätzen? Helfer und den zu helfenden?