Gedanken, Gedicht

Zutrauen

Oh, ich trau mich nicht mehr.
Ich trau mir nichts mehr zu.
Vorsichtig bin ich geworden,
sehr vorsichtig.
Vielleicht zu sehr.

Liegt es daran,
dass ich ärztlicherseits
nicht krank bin,
mich aber so fühle?

Liegt es daran,
dass Winterkälte Mut ausbremst,
der Wind das Seelchen hemmt?

Liegt es daran,
dass Verletzungen nagen,
schlägt mir all dieses
auf den Magen?

Fakt ist,
ich mach mich selber klein
und das ist ganz besonders
– gemein.

© piri ulbrich

 

Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨ Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank!

8 Gedanken zu „Zutrauen“

  1. Gerel sagt:

    Ich kann dein Gedicht nachfühlen. Habe mich heute in der Therme bei der Wassergymnastik sehr hilflos gefühlt. Die Geräte, die die Trainerin ausgab, machten es mir fast unmöglich mitzumachen, der Auftrieb war einfach zu stark und ich schwankte nur auf Zehenspitzen herum. Die sah mich an, als wäre ich nicht richtig im Kopf…
    „Gewogen und zu leicht befunden“.
    – Schönen Abend wünscht euch Gerel und dir gute Besserung!

    1. piri sagt:

      Kann sie das Trainingsprogramm nicht den Menschen anpassen? Das finde ich sehr schade.

    2. Ursula sagt:

      Hallo Gerel, wir kennen uns nicht. Aber das Problem mit der Wassergymnastik ist mir bekannt, Ich treinbe immer davon und die anderen gucken komisch 🙂

  2. Gudrun sagt:

    Liebe piri, ich kann das alles gut nachempfinden. Wenn du im Blog darüber schreibst, dann ist es schon passiert: die Gedanken haben sich festgefressen. Ich wünsche mir wirklich sehr, dass jemand da ist ist bei dir, mit dem du reden kannst und der dir sagen und zeigen kann, dass du nicht klein bist.
    Ja, auch trübes Schmuddelwetter setzt noch einen drauf. Ich merke das gerade, wie sehr die Sonne mir gut tut. In deinem Gedicht hast du das gut ausgedrückt und beschrieben, auch wenn es doch traurig ist und ich es mir anders wünsche.
    Liebe Grüße

    1. piri sagt:

      Das Gedicht sollte nicht so traurig sein. Das ist eher die zweite Seite und das ist eigentlich auch Alltag.

  3. Ursula sagt:

    Dein Gedicht ist einfach wunderbar.

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