Gedicht

Zähle die Mandeln

Zähle die Mandeln,
zähle, was bitter war und dich wachhielt,
zähl mich dazu:

Ich suchte dein Aug, als du’s aufschlugst und niemand dich ansah,
ich spann jenen heimlichen Faden,
an dem der Tau, den du dachtest,
hinunterglitt zu den Krügen,
die ein Spruch, der zu niemandes Herz fand, behütet.

Dort erst tratest du ganz in den Namen, der dein ist,
schrittest du sicheren Fußes zu dir,
schwangen die Hämmer frei im Glockenstuhl deines Schweigens,
stieß das Erlauschte zu dir,
legte das Tote den Arm auch um dich,
und ihr ginget selbdritt durch den Abend.

Mache mich bitter.
Zähle mich zu den Mandeln.

Paul Celan

∙∙∙∙∙

Ansonsten stecke ich – nicht aus familiären Gründen, eher der Sachsen-Anhaltinischen Wahl geschuldet – wieder in einer diffusen Angst. Es ist erschreckend wie diese blaue Partei dort steht. Merkt denn keiner, dass sie menschenverachtend sind?

Veröffentlicht von piri

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Ein Gedanke zu „Zähle die Mandeln“

  1. Wolfgang sagt:

    Der Celan ist gut. Menschen Verachtung geht schon im kleinen los. Das schlimme ist, wer auf diesem Weg ist, findet nur schwer zurück. Aber die Hoffnung stirbt zumetzt.

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