Kuddelmuddel

Was hilft?

Vielleicht sollte ich mal mit jemanden darüber reden!

Mir ist langweilig – auch deswegen, weil sogar meine Fantasie Purzelbäume schlägt und ich kein Projekt, das ich anfangen will, auch nur anfange! Warum? Weiß ich nicht! Stattdessen sitze ich stundenlang und überlege. Überlege, ob ich mir nicht die Haare färben soll. Nein, lieber nicht – mein grau ist schön, nur der Haarschnitt ist schiete. Soll ich mir vielleicht die Haare abschneiden? Aber da kann ich nur ganz kurz und Wiebke wäre beleidigt, wenn sie mich mit einen Pixieschnitt wiedersehen würde. Den Pony habe ich geschnitten. Nö nö, er ist nicht schief und krumm – leider aber ein ganz klein wenig zu weit in die Stirn geschnitten, ich überlege, ob ich ihn nicht noch kürzer machen, dann sieht es wenigstens aus, wie gewollt!

Mir ist langweilig – ich werde nicht aus Langeweile putzen. Fenster schon gar nicht, allenfalls die ‘toten Leichen’ aufkehren. Sagt mal, habt ihr in diesem Jahr auch so viele selbstmordgefährdete Fliegen? Hier im Haus gibt es eine Menge große hohe Fenster und die Insektenbiester finden den Weg nach draußen nicht mehr und verenden vor den Glasscheiben.

Mir ist langweilig – Mundschutze kann ich für die Junioren noch keine nähen, weil ich gar nicht mehr genau weiß, wie klein ihr Kopf ist. Außerdem ist die Spannung raus – die Spannung meiner Nähmaschine. Irgendwie meint der Unterfaden lockerer zu sein, als der Oberfaden und so kräuselt sich der Stoff. Ständig wieder auftrennen – dazu habe ich keine Lust.

Weil mir so langweilig ist, gehe ich immer weiter durch die Weinberge. Gestern habe ich Schafe in ihnen gesehen – mit Lämmchen und Mutterschafen. Niedlich. Die muss ich unbedingt Carsten und Wiebke zeigen. Mist, warum sage ich das jetzt? Schon ist meine Stimmung bedrückt – ich vermisse die beiden sehr. Aber ich hole sie bald heim. Spätestens im Mai sind wir wieder zusammen …

Bleibt gesund, lasst euch die Laune nicht verderben, genießt eure Langeweile – ich gehe jetzt Gemüse kaufen!

 

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

9 Gedanken zu „Was hilft?“

  1. isa sagt:

    Das sind doch mal gute Nachrichten, dass die Ausquartierung ein Ende findet. Langeweile wird dann wohl kaum noch aufkommen können. Ich freue mich so für euch. 🙂 Lämmchen gucken würde ich auch gern. Leider habe ich umständehalber immer noch Hausarrest.

  2. Verwandlerin sagt:

    Besorge dir farbige Haarkreide. Gibts bei dm oder du bestellst es im Internet.
    Meine Tochter und ich haben auch schon geschnitten, rasiert (sie hat einen Sidecut) und gefärbt.
    Besorge dir einen leuchtenden Lippenstift oder ein tolles Rouge, eine schöne Lidschattenpalette…
    Ich schminke mich auch in der Quarantäne…
    Habe auch schon Klamotten bestellt und ziehe die an. Einmal am Tag gehe ich ja eh raus.
    Koche dir liebevoll jeden Tag.
    Gucke eine lustige Serie auf Netflix oder im TV.
    Mir hilft das alles total.

  3. Frau Lakritz sagt:

    Wir hier haben mal bei den Betreibern der Sauschwänzlebahn nachgefragt, wie das mit Rollstühlen ist. Die Antwort kam prompt: Die Gänge in den historischen Bahnwaggons sind zu schmal für Rollis :((( Maaaannn, bin ich stinkig!
    Küüüüüsschen!!!!!!!

    1. piri ulbrich sagt:

      Argh – so ein Mist aber auch! Ja, dein Rollstuhl ist breiter, als der der Junioren – wir sind nämlich damals durchgekommen.

  4. Ursula sagt:

    Bei mir ist es ähnlich. Es gibt so viiiiiiiel zu was ich schon immer Lust habe. Nähen, stricken (soll ich aber wenig wegen Schulter) , alle Schränke aufräumen, gärtnern etc pp! Aber ich mach gar nix. Wenn ich unglücklich bin krieg ich gar nix hin. Heute morgen bin ich mit dem Gedanken aufgewacht: “ich werde mit meinem Enkel nie wieder Zusammensein können — selbst wenn ich die Sch… überlebe (nein, nein ich bin gesund). Und das Pflegeenkel weiß nicht mal wer ich bin.

    Ich überlege auch die Haare zu schneiden. Aber die Maschine gibt es nicht mehr. Könnte ja eine bestellen, aber ich muss das Konto schonen) Und mit der Schere würde es schlimm werden. (Und mein Mann würde wütend werden. – Ihm gefallen die vielen Haare irgendwie) Das Zottelige wäre mir egal – würde mich jedenfalls reinkörperlich wohler fühlen.

  5. Paula sagt:

    Bloß nicht an den Haaren herummurksen, obwohl es mir auch manchmal in den Fingern juckt! Ich probiere Backrezepte aus und backe fast jeden Tag einen Kuchen, die Nachbarn freuen sich. Auch beim Kochen lasse ich mir viel Zeit. Und stundenlang spazieren gehen tut doch sehr gut.

    1. Ursula sagt:

      Naja. schlimmer kann es bei mir nicht werden. Und da mein StandardHaarschnitt sowieso ultrakurz ist (anders geht es bei meinen Haaren nicht) und meine Haare sehr schnell wachsen kann nicht viel passieren

  6. christine b sagt:

    ich freue mich, dass es dir besser geht und du gemüse einkaufen kannst, ich war heute auch bei der biobäuerin.
    oh ja, die haare werden langsam fällig, aber ich schaffe das nicht, hinten zu schneiden. so lasse ich es und hoffe, ich halte das aus. 🙂
    einfach wunderbar, dass du schon pläne machen kannst und dass die kinder im mai zurückkommen.

    1. Ursula sagt:

      Ich überlege mir einen Vokuhila zu verpassen. Im Nacken stören mich die Haare nicht —- aber vorne!!!!

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