Fragen, Gedanken

Frage

Wenn jetzt eine Fee käme, wozu würde ich direkt Nein sagen?

Viel zu selten sage ich Nein und ob mir eine Fee helfen würde, das möchte ich sehr bezweifeln. Die Konsequenzen muss ja die Fee nicht tragen. Ich hätte gerne ein bisschen mehr Mut, mich von sehr bestimmenden Menschen abzugrenzen. Ich würde mir von der Fee etwas Resilienz wünschen. So in der Art von glitzerigen Feenstaub, von dem alles abprallt und dennoch schön aussieht. Ich tät gerne mit einem Lächeln im Gesicht zu einer bestimmten Person sagen: „Deine Krankengeschichte kenne ich jetzt. Können wir mal über King Charles reden?“ Ich werde es nicht tun, aber ich werde ihr wenigstens sagen, dass sie Carsten ausreden lassen soll.

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Bisschen viel erste Person und manchmal komme ich mir tatsächlich wie ein Esel vor. Hier ist mein Herz ♥️ des Tages!

Gedanken, Gedicht

möchte wohl

Ich möchte
wohl traurig sein
dürfen
ich trau mich
nicht.

Mein Widerstand
ist stark
hat Kraft
mehr
als die Trauer
selbst.

Ich möchte
wohl Mauern
einreißen
ich trau
mich noch
nicht.

Ihr Widerstand
ist groß
und stark
aber ich habe
die Kraft
und Mut
den ersten Stein
– herauszunehmen.

© petra ulbrich

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… für Der Dienstag dichtet. Ich gebe viel zu viel preis und kaum jemand reagiert. Wie soll man da nicht traurig sein?

Behinderung, Gedanken

heute etwas gewagt

Erklärung:

etwas wagen: trotz der Möglichkeit eines Fehlschlags, eines Nachteils o. Ä., des Heraufbeschwörens einer Gefahr den Mut zu etwas haben; sich nicht scheuen, etwas zu tun.

Heute habe ich gleich mehreres gewagt: Unter anderem um Hilfe für mich gebeten. Vorher einer völlig fremden Frau erzählt, dass ich Asperger-Autistin bin. Meine anderen Wagnisse gehören nicht in die Öffentlichkeit des www. Es hat mich alles viel Überwindung gekostet, ich bin sehr stolz auf mich. Mag sein, dass das niemand verstehen kann und das genau diese Aktivitäten Pipikram sind. Für mich war es harte Arbeit. Ich habe heute etwas entscheidendes gelernt, nämlich das, dass ich richtig bin – jedenfalls für viele – dass ich nicht immer nur bei mir die Fehler suchen muss. Dass ich überhaupt keine Fehler suchen sollte, weil niemand perfekt ist und kaum eine*r Fehler mit Absicht macht. Ich war heute nachsichtig mit mir und mit anderen. Ich werde diese Hilfe, die mir angeboten wurde, annehmen und ausbauen. Ich hoffe darauf verstanden zu werden und werde nach und nach noch sehr viel mehr wagen.

Behinderung, Gedanken

Herausforderung

Manche Menschen fordern mich heraus. Es sind besonders die sanften, ach so fürsorglichen, verständnisvollen, die mich reizen. Manchmal möchte ich sie rütteln, aufwecken, ihnen zeigen, dass es auch noch anderes gibt, außerhalb der Nachrichten. Der schlechten und der guten!

Ich tu’s nicht, weil mir dann doch der Mut und vielleicht auch die nötige Wut dazu fehlt!