Behinderung, Kuddelmuddel

Samstagnachmittags

Wenn ich so sitze und denke, mein Sohn würde sagen: „Mama guck nicht nach innen!“, dann sinniere ich über Gott und die Welt. Am Himmel hängen Schäfchenwolken und Pfützen gibt es keine, in denen sie sich spiegeln könnten. Die Wiese verdient ihren Namen nicht – Steppe, wäre der passendere Ausdruck. Die Bauernhortensien habe ich konsequent zurückgeschnitten. Schön waren sie schon lange nicht mehr. Was ist schön an einem trocknenden Garten? Das Töchting hat Glück, während meines Radikalschnitts habe ich ihren Silberring im Geäst wiedergefunden. Sie küsst den Türkis und strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Manchmal reicht sehr wenig für einen vollkommenen Moment!
Vielleicht sollten wir alle viel öfter wie diese behinderte Frau sein!

Alltag

und jetzt tu ich es doch

…nämlich übers Wetter reden!

Aber eigentlich habe ich gar nichts zu sagen, außer, dass mir sehr warm ist und sogar ich schwitze. Alles, was über die Dreißigmarkgrenze geht, ist mir zu viel. Wenn’s dann auch seit Wochen nur ab und zu zwei Tropfen regnet, dann habe ich noch weniger Lust an Gartenarbeit – noch weniger, als ich sowieso schon nicht habe. Dann wünsche ich mir eine 4Zimmerwohnung mit großen Balkon oder Terrasse ohne Rasen und Rosen. Uneinsichtig von Außen versteht sich. Bei uns auf der Terrasse sitzen wir ein wenig auf dem Präsentierteller. Nein, sitzen wir ja gar nicht – wir sind drin, weil es draußen zu warm ist. Regen ist keiner in Sicht.

Ich habe mir geschworen nicht übers Wetter zu reden und nun? Nun habe ich es doch gemacht und habe nichts zu sagen.

Alltag, Behinderung, Junioren

kurze Hose, blaue Beine

Kalt war’s heute morgen. Im Gegensatz zu gestern. Im übernächsten Dorf ist ein Fest mit Musik. Ein etwas älteres Paar spielt Lieder für ältere Menschen. Den Junioren hat’s dennoch gut gefallen. Auch im entfernten Dorf werden der Kerle und das Töchting erkannt. Ich habe das Gefühl, wir können noch weiter weg reisen und da kennt jemand den Kerle.

Ein kleines rothaariges Mädchen geht zum roten Rollstuhl und mein Sohn ist justament ins Gespräch vertieft. Die beiden unterhalten sich, als ob sie sich schon lange kennen. Dabei sehen sie sich das erste Mal. Es stellt sich heraus, dass das die Freundin meines Wunschenkels ist. Die Welt ist klein!

Ich freue mich, dass meine Helferfreundin die Idee mit dem Musikfest hatte!

Gefroren haben die Junioren leider. Für kurze Hosen und Röckchen war’s zu kalt. Dem Kerles dünne Beine waren blaugefroren. Er ist wieder warm und auch des Töchtings Beinen gehts gut und sie friert nicht mehr.