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Samstagsgeschichten

8:49 Uhr: Mein Töchting ist wach und singt Wochenendlieder. Ich habe nur kurz ins Zimmer geguckt und wurde sofort wieder rauskomplimentiert: „Raus Mama, ich brauch noch Ruhe!“ Ob das Bett nass ist? Keine Ahnung, aber wahrscheinlich ist es, weil sie gestern Abend nicht auf dem Klo war.

Ich habe Kopfweh, eine verstopfte Allergienase und keinen passenden Badeanzug für morgen. So wird wohl das altbackene Ding mein Begleiter sein. Wir werden schwimmen gehen und heute wohl – wie üblich am Samstag – nichts machen.

9:31 Uhr: Die Sonne scheint aus allen Knopflöchern und meine Herrschaften gedenken im Bett liegen zu bleiben. Und bald kommen die Rasenmäher aus dem Süden zurück – ich höre sie schon scharren…

11:34 Uhr: Sie hat es geschafft, mein Töchting hat es in die Badewanne geschafft und hat sich auch schon die Haare waschen lassen. Sollte es tatsächlich so sein, dass wir heute noch einen kleinen Ausflug machen können?

13:07 Uhr: Der Kerle hat auch gebadet und jetzt sieht es wirklich gut aus. Allerdings haben wir noch die Hürde des Mittagessens zu bewältigen – drückt mal die Daumen, dass die Junioren etwas essen!

13:12 Uhr: „Mama, du bist viel zu ernst! Werd mal lockerer!“ Carsten ist mir immer eine große Hilfe!

15:12 Uhr: Unsere Runde ist beendet. War schön mit den Rollis durchs Dorf zu laufen – jetzt bin ich aber erst mal kalone.

17:01 Uhr: Die Terrasse lockt, die Herrschaften halten mich auf Trab – aber bei dem Wetter ist es wunderbar, draußen! Sie wollten nicht fotografiert werden und das respektiere ich selbstverständlich.

18:00 Uhr: Sportschau – Bundesligazeit! Bitte den Kerle nicht stören.

Fortsetzung folgt…

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nur ein Stück Papier

 Oft schreibe ich mit der Hand kleine Gedanken in Ringbücher. In Ringbücher deswegen, damit ich die Blätter auseinanderreißen und als Zettel in gelesene Bücher verstecken kann. Manchmal lege ich die gesammelten Bücher auch für eine Weile auf einen Stapel ins Regal und wundere oder freue mich über die vergangenen Notizen.  Diese sind selten datiert – auch dieses Fragment nicht. Davor und dahinter stehen Daten, es ist ca. 4 Jahre alt und hat an Gültigkeit nichts verloren!

Es tut mir leid

Heute schicke ich die Junioren wieder in die Werkstatt – es tut mir so leid, aber es geht nicht anders. Es ist Wochenende und ich muss einkaufen. Es macht kein anderer. Wenn wir etwas essen wollen, muss ich los und da sind der Kerle und das Töchting dann doch besser in der Lebenswerkstatt aufgehoben, als dass ich sie mit durch die Läden schleife. Für die Zeit, eines großen Einkaufs, kann ich sie nicht allein zuhause lassen. 

Dabei wollen sie – beide – einkaufen gehen, in die Stadt und da dreht es mir das Herz um – es gibt niemanden, der mitkommt. Diese sehnsuchtsvollen Augen, es ist kaum auszuhalten. Auch einen größeren Spaziergang, den sie sich so sehr wünschen, kann ich nicht alleine bewältigen – sollte ich mir jetzt wünschen, dass es regnet? Nachvollziehen kann das nur jemand, der in einer ähnliche Lage ist. 

Wiebke sitzt viel zu viel und zu lange auf dem Rollstuhl. Ihr Rücken leidet. Welche Schmerzen sie hat, weiß ich nicht. Sie sagt es nicht! Carstens Knie sind geschwollen und dick. Ganz sicher sind diese arthrotisch. Auch er meutert nicht. Ich möchte Ihnen so gerne helfen, aber ich weiß nicht wie? Sie sind so tapfer…

Dabei sind beide nicht gesund – unabhängig von der Behinderung – sie husten, zum Glück ist das Fieber weg, aber die Bronchien pfeifen. Mit Murren sind sie heute aufgestanden und ungern in die Betreuung der Werkstatt gefahren. Mir bleibt ein schlechtes Gewissen. Aber, ich kann nicht anders.

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