Behinderung

manchmal möchte ich es auch

 Nein, nicht Wäsche zusammenlegen, obwohl das sicherlich nötig ist – nein, etwas anderes! Einfach abkotzen! Carsten hat es getan – nach längerer Zeit einmal wieder. Jetzt wird es eben eine Weile unseren Alltag begleiten. 

Wiebkes Ohrenschmerzen werden auch nicht wirklich besser. Sie ist sehr weinerlich, inzwischen mit erhöhter Temperatur und kalkweiß im Gesicht. Ich werde in erreichbarer Nähe auf dem Sofa schlafen, um schnell zur Stelle zu sein. Vermutlich wird die Nacht nicht nur um zwei Uhr routinemäßig geteilt. In der Zeit, da ich diesen Beitrag schreibe (bestimmt 3mal unterbrochen), habe ich im Kerlezimmer ein Schüsselchen deponiert: „Mama, ich glaube, ich muss mich übergeben!“ und beim Töchting heiße Tränen getrocknet. 

Hört das denn nie auf? Ich möchte mal wieder eine Nacht durchschlafen! Jede Nacht um zwei oder kurz vorher oder etwas später tappe ich und drehe Carsten vom Bauch auf den Rücken, damit er nicht wund liegt und Wiebke schiebe ich ins Bett zurück, damit sie nicht herausfällt. Meinen Kritikern würde ich diesen Job gerne einmal eine oder zwei Wochen überlassen…

… ich schicke es ab. Wiebke wimmert – sie braucht mich jetzt. 

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...