Kuddelmuddel

lesen

Wenn ich mich denn konzentrieren könnte! Hier im Haus gibt es so viele schöne und auch gute Bücher – Bücher, die ich noch nicht gelesen habe und mein SuB (Stapel ungelesener Bücher) ist wahrlich nicht niedrig. Aber ich krieg es nicht gebacken. Ich lasse mir vorlesen, aber auch da drifte ich manchmal weg. Die Glotzkiste flimmert, wie kotzt mich das an – aber so ist es wenigstens nicht so still. 

Heute Mittag habe ich mit Carsten gesprochen. Jeder zweite Satz war: Wann kommst du und holst uns? Wiebke wollte nicht reden. Ich habe sie weinen hören und da war es um mich geschehen. Mit Knoten im Hals konnte ich das Gespräch zu Ende bringen. Kaum aufgelegt, haben sich meine Schleusen geöffnet. Wen interessiert es, dass ich Bilderbücher lese, in den Juniorenzimmern gibt es genug und ich bin stolz, dass ich nicht locker gelassen habe welche zu kaufen – und wir haben nicht nur die Häschenschule! Aber leider reicht meine Konzentration nicht für einen Erwachsenenroman. Während ich Bilderbücher guckte stellte sich eine wohltuende Ruhe ein. Alles ist sowieso heruntergefahren…

Pizza gibt es morgen und morgen kommt auch wieder ein Mensch zu mir. Morgen werde ich auch den Doc fragen, ob ich denn mal einkaufen fahren kann! Der Husten ist abgeflacht. Ich sollte Dinge essen, die mir schmecken, denn Ich habe inzwischen 12kg abgenommen und so dünn und schlapp kann ich den Wunsch der Junioren nicht erfüllen…

… mein Tellerrand ist hoch, aber ich habe auch keine Lust drüber raus zu schauen! Könnt ihr das verstehen? Mir reicht im Moment mein eigenes Schicksal.

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

10 Gedanken zu „lesen“

  1. freiedenkerin sagt:

    Das mit dem derzeit hohen Tellerrand kann ich sehr nachvollziehen. Das ist Selbstschutz. Und das ist gut so.
    Alles Liebe!

  2. mijonisreise sagt:

    Kümmer dich gut um dich, dann erst kommt die Welt

  3. Verwandlerin sagt:

    Mein Mutterherz zerreißt es, wenn ich das lese.

    Ich wünsche dir sehr, dass es dir bald besser geht!

    1. M. - K. sagt:

      Es gibt Zeiten, in denen ist erstmal nichts anderes wichtig, als selbst da zu sein, gesund(er) zu werden und zu atmen.
      Alles andere kommt später.
      Und so schwer wie es für Euch als Familie ist, so wichtig ist es, dass Du zuerst zu Kräften kommst! Du bist jetzt wichtig!

  4. Ursula sagt:

    Ach Petra,
    ich könnte jetzt nur Kuddelmuddel schreiben. Drum lasse ich es lieber ….
    … und sage dir nur dass ich so oft an dich denke — und sich dann auch alles in meinem Kopf dreht
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Bücher habe ich auch zuhauf hier rum liegen. Aber bei mir machen schon die Augen nicht mit. Und wenn ginge es mir wahrscheinlich wie dir: ich lese die Buchstaben und im Hirn kommt nix an

  5. kat. sagt:

    Liebe Petra, was soll ich sagen… Komm zu Kräften, lass das andere draussen und vertrau darauf das es bald wieder besser wird. Kleine. Schritte…. Kat. Pizza klingt gut. Hirn kommt wieder. Konzentration auch. ☺️

  6. Paula sagt:

    Menschen aus der Risikogruppe mit Vorerkrankungen sollten bis auf weiteres überhaupt nicht einkaufen gehen, sondern nur zuhause bleiben. So hart das ist.

    Och Mensch, die beiden Süßen, das tut mir so leid!

  7. isa sagt:

    Es tut weh zu lesen wie schmerzlich ihr euch vermisst. Da ist es gut, wenn eure Tränen fließen können aber auch, dass Ablenkung immer wieder gelingt. Egal ob mit Bilderbüchern, Fernsehn oder sonst wie. Das muss dich nicht ankotzen. Wenn man isolierter leben muss, wird man auch ein ganzes Stück auf sich selbst zurückgeworfen. Da öffnet sich Zeit zur Selbstreflexion. Das erlebe ich gerade auch. Vielleicht hilft es dir, wenn dich deine Gefühle überfluten, deine Ängste und Hoffnungen ganz privat für dich in ein Tagebuch aufzuschreiben, sie zu singen, zu malen, zu tanzen, zu modellieren, eben irgendwie zu gestalten. Du bist ja sehr kreativ – eine Künstlerin! Davon haben deine Kinder schon sehr profitiert. Sie haben richtig gute Bildung von dir erhalten. Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass in jeder Krise auch eine Chance steckt. Erhole dich weiter gut und sammle nach und nach wieder Kraft. Einkaufen ist mit deinen Diagnosen derzeit keine gute Idee. Aber ein Stückchen durch die Weinberge oder an einem anderen schönen Ort schleichen, um weiter Kräfte zu sammeln, wäre möglicher Weise ein guter Anfang. Vielleicht begleitet dich die Vorleserin?

  8. Marion Eve sagt:

    Liebe Petra
    All das ist schon ohne Virus schlimm genug, und es fehlen mir die Worte (ausgerechnet mir, der man in der Mittelschule eine Revolver Schnauze attestierte!) um dir zu sagen, wie sehr ich mit leide.
    Ich wünsche dir Mut und Kraft , Durchhaltewillen und Gelassenheit. Und ich umarme dich it Wärme!

  9. christine b sagt:

    ach, petra, das kann ich sehr gut verstehen!
    andererseits kannst du stolz sein, was du schon alles geschafft hast, wie schlecht es um dich stand und du bist langsamen schrittes aber beständig am weg der besserung. eines tages ist es geschafft und du kannst deine liebsten wieder holen.
    es ist wirklich so traurig wenn man so sehnsucht nach den kindern hat und diese nach einem…und man kann nichts ändern und muß das akzeptieren. wie schwer muß das sein, liebe petra.
    schicke dir liebe grdanken und wünsche dir beständige besserung, jeden tag ein stückchen, viel kraft am gesundungsweg und geh bitte nicht einkaufen, google lieber in supermarkthomepages und schicke jemanden zum einkauf. denn dort ist der umschlagplatz der viren, den brauchst du jetzt nicht.

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