Kuddelmuddel

Keine Zeit, keine Zeit, keine …

…Zeit – oder vielleicht nur Frühjahrsmüdigkeit! Dafür Pipi Langstrumpf:


Schüchtern

Im Wohnzimmer der Familie Settergren saßen drei vornehme Damen und Thomas und Annika und ihre Mutter. Es war ein herrlicher Kaffeetisch gedeckt und im Kamin brannte ein Feuer. Die Damen plauderten ruhig und leise mitein­ander, und Thomas und Annika saßen auf dem Sofa und blätterten in einem Album. Alles war so friedlich. Aber plötzlich wurde der Friede gestört.
„Gebt Acht!“
Ein durchdringender Ruf kam aus der Diele, und im nächsten Augenblick stand Pippi Langstrumpf auf der Schwelle. Sie hatte so laut und so unerwartet geschrien, dass die Damen in die Höhe fuhren.
„Abteilung vorwärts marsch!“, ertönte der nächste Ruf, und Pippi ging mit taktfesten Schritten auf Frau Settergren zu.
„Abteilung halt!“ Pippi blieb stehen. „Arme vorwärts – streckt!“, schrie sie und ergriff mit beiden Händen Frau Settergrens eine Hand und schüttelte sie herzlich.
„Knie – beugt!“, schrie Pippi und machte einen schönen Knicks. Dann lächelte sie Frau Settergren an und sagte mit ihrer gewöhnlichen Stimme:
„Ich bin nämlich sehr schüchtern, und wenn ich mich nicht selber kommandiere, dann würde ich in der Diele stehen bleiben und nicht wagen hereinzukommen.“

Auch ich werde mich heute kommandieren!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

10 Gedanken zu „Keine Zeit, keine Zeit, keine …“

  1. Paula sagt:

    Die gute Pippi, ich erinnere mich an diese Szene. Kommandieren lasse ich mich nicht, aber gut zureden reicht manchmal auch schon. Der innere Dialog ist sehr wichtig für mich. Ich höre nämlich auf mich!

    1. piri ulbrich sagt:

      Kommandieren in dem Sinn, dass ich mich motiviere. Positiv motiviere. Ich höre auch auf mich – aber manchmal sage ich mir auch, dass ich nicht gut genug bin. Das will ich nicht mehr. Ich möchte gut zu mir sein!

  2. christine b sagt:

    pippi ist einmalig! 🙂
    aber die idee sich zu kommandieren hat was. ich komme heute verkühlt so gar nicht in die gänge, also dann mal kommando los, pc verlassen, ab ins bad die wäsche aus der maschine holen!

    1. piri ulbrich sagt:

      Na, hast du deine Wäsche erledigt? Dann darfst du dir nun was gutes tun! 🙂

  3. Talianna sagt:

    Oh klasse!

    Ich hatte die Szene vergessen, dabei ist sie so super, um Mittel zur Motivation zu erklären 🙂

    1. piri ulbrich sagt:

      Pipi Langstrumpf ist einfach nur spitze!

  4. Der Emil sagt:

    Viel Erfolg dabei.

    (Mir hilft die Kommandiererei nicht, weder zu Winterschlaf- noch zu Früjahrsmüdigkeits- noch zu Sommerstarre-Zeiten. Und im Herbst habe ich wegen der vielen Bunten Blätter sowieso keine Zeit.)

    1. piri ulbrich sagt:

      Erfolg – was ist schon Erfolg? Doch für jeden was anderes. Aber manchmal muss man sich einfach selbst in den Allerwertesten treten!

  5. Wechselweib sagt:

    Ja, es gibt so Tage, da geht es nicht anders!

  6. Manuela sagt:

    Leider kenne ich die Szene nicht, auch nicht den Film. 🙂 Doch wie du es beschrieben hast, Petra, konnte ich es mir sehr gut vorstellen und über die Pointe lachen.

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