Behinderung, Kuddelmuddel

ein Tag, wie ein Leben

… mit allem, was dazu gehört!

Oder, vorgeführt werden in der Kirche, überrumpelt sein, von Worten, die so daher gesagt werden. Tränen vergießen über ungenutzte Möglichkeiten. Sommerkappen suchen und mit Erschrecken feststellen, dass diese versehentlich entsorgt wurden. Mittagessen als Picknick auf dem Teppich. Mit dem Bus statt mit dem Auto zum Park fahren und merken, dass es ein Abenteuer ist, mit 2 Rollis unterwegs zu sein. Wundervolle Begegnungen mit dem Servicepersonal am Einlass und Infostand. Verwunderte Blicke manch anderer Besucher, aber auch schöne Gespräche mit Menschen, die sich trauen mit Carsten zu reden. Überhaupt Gespräche mit Menschen – nicht nur Geplänkel und Dahergesagtes. Der Nachmittag macht manches wett, was der Morgen nicht halten konnte.

Ob ich zu den ernüchternden Versuch unseres Pfarrers noch etwas schreibe, weiß ich noch nicht – noch sitzt die Enttäuschung zu fest, noch schmerzen die dahingesagten Worte zu sehr. Jetzt bin ich müde – nicht nur vom laufen. Wie es ist mittendrin zu sein, statt dabei und was der Unterschied zwischen Integration und Inklusion ist, das konnten/durften/mussten wir heute spüren.

Phasenweise war es heute ein schöner Tag – bittersüß ist das passende Wort!

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Du mußt das Leben nicht verstehen

Du mußt das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und laß dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken läßt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Rainer Maria Rilke

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

11 Gedanken zu „ein Tag, wie ein Leben“

  1. Wechselweib sagt:

    Ist nicht wahr! Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Was für ein arschlochmäßiges Verhalten! Schade, dass Gott keinen Blitz auf solche Leute herabschleudert, die so bigott sind… Wünsche ich mir manchmal.

    1. piri ulbrich sagt:

      Es ist Hilflosigkeit und Unvermögen, sich in Situationen reinversetzend zu können, die man selber nicht bewältigen will, weil sie auch ein bisschen Angst und auch Arbeit machen.

      1. Wechselweib sagt:

        Mag sein. Trotzdem unsensibel und auch dumm irgendwie und halt einfach sehr unpassend an Ostern und in einer Kirche besonders. Unsere Religionskollegen hauen auch oft unüberlegt unsensibles Zeug gegenüber Schülern raus. Fühlen sich dabei aber sonstwie moralisch überlegen. Finde ich zum Kotzen. Muss ich leider sagen.

        1. piri ulbrich sagt:

          Du hast ja recht. Ich glaube, wenn ich die ganze Geschichte erzähle, dann wird es noch bizarrer. Eigentlich nur traurig. Und auf dem Rücken der Schwachen ausgetragen.

  2. Sonja sagt:

    Bis auf das sehr unchristliche Pfarrersverhalten hört sich das doch recht gut an!
    Und für morgen wünsche ich Euch ein feines Ostermontägelchen
    Sonja B-)

    1. piri ulbrich sagt:

      wir werden weiterleben gehen – immer und immer wieder!

  3. Manuela sagt:

    …du musst es nicht verstehen, was heut geschehen, schlage es aus deinem Sinn und löse es aus deinen Haaren und halte deinen Jahren noch lange nach Neuem deine Hände hin… heart

    1. piri ulbrich sagt:

      Ich gebe nicht auf verstehen zu wollen. Es ist ja nicht nur heute so gewesen – es zieht sich. Und immer werde ich meine Hände öffnen und offen für Neues sein – solange ich lebe. Leben eben!

      1. Wechselweib sagt:

        Ja, Leben eben! :-*

  4. Christel sagt:

    Der Pfarrer sollte auf sein Fehlverhalten hingewiesen werden, damit er noch mal über seine Worte nachdenken kann.
    …In meiner Gemeinde ist es vor Jahren passiert, dass ein Pastor ein schreiendes Kind aus der Kirche gewiesen hat. Die Eltern gingen dann gemeinsam mit dem Kind.
    Dafür wurde der Pastor heftig gerügt und er hat sich dann vor der ganzen Gemeinde an einem späteren Sonntag im Gottesdienst für sein falsches Verhalten entschuldigt. Diese Möglichkeit sollte einem Menschen gewährt werden.

    Oster-Picknick auf dem Wohnzimmerboden hört sich gut an. Erfreulich dass ihr auch Gutes erlebt habt am Ostersonntag.
    Hoffentlich habt ihr noch einen schönen Ostertag heute bei gutem Wetter.

    :rose:

    1. piri ulbrich sagt:

      Ja ja, sollte, müsste, könnte …

      Wie es wirklich war, da gibt es so viele Wirklichkeiten, wie es Besucher in der Kirche hatte.

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