die Tage sind spröde

Schon vor Pappenheim war hier alles bröckelig und dennoch gut. Allerdings gebrauche ich gerade sehr viel Kitt und Kraft unser Konstrukt zusammen zu halten. Ich bin stark, sowohl körperlich, als auch in diesen Sachen mental. Die Junioren sind fröhlich mit guter Laune und ich achte sehr darauf, dass beide genügend trinken und essen.

Die Helfernotfrage ist zum Teil geklärt, zwar immer noch nicht die Handballgeschichte, aber wir haben eine, nein zwei, klasse Frauen – eine ältere und eine jüngere. Beide auf ihre Art irgendwie verrückt und somit passen sie super zu uns.

In Pappenheim habe ich für mich wieder gemerkt, dass ich mich selbst isoliere, weil ich Angst habe nicht mitreden zu können. Wieder einmal waren es ganz andere Themen und wir Außenseiter. Gern gesehene Außenseiter und liebevoll aufgenommen, aber so richtige Gespräche kamen nicht in Gang, weil meine Themen sie nicht betreffen und ihre mich nicht.

Dann war mein Bruder hier – auf der Durchreise in die Schweiz und wieder zurück. Ich liebe meinen Bruder, aber ihm muss man jedes Wort aus der Nase ziehen. Er ist ein klassischer Autist – oft mürrisch und sehr genau. Da gebraucht er manchmal eben nur viereinhalb Worte – und g‘schätzt iss…

Kategorien: Gedanken

8 Kommentare

  1. Ich lese auch gern, wenn du Ausschnitte aus eurem Leben postest.

  2. Schade – sicher hattest du dir von Pappenhein mehr erwartet.

  3. Guten Morgen liebe piri!

    Ich stehe ein bisschen auf dem Schlauch. Was ist Pappenheim und was habt ihr da gemacht?-

    Und zu deiner Angst nicht mitreden zu können „Du musst nicht jedes Wort kennen oder jeden Gedanken laut aussprechen, um dabei zu sein. Manchmal reicht es, einfach da zu sein, zuzuhören – und dann plötzlich ein kleines Wort fallen zu lassen, das alle überrascht. So gehört man, so wird man gesehen, und manchmal ist gerade das Schweigen das Schönste, was man beitragen kann“

    Liebe Dienstagsgrüße

    Anne

    • In Pappenheim war am Wochenende ein Kleinwuchstreffen und dort sind Themen bezüglich des Kleinwuchses angesprochen worden, die Achondroplasie betreffen. Die Menschen dort haben alle keine kognitive Beeinträchtigung und besonders Carsten und auch ich waren außen vor. Nicht, weil sie uns nicht haben wollen, das auf keinen Fall – es war einfach so!

  4. Liebe Piri, so fein beschrieben – man spürt, wie viel du hältst und wie klar du dabei bleibst.
    Danke fürs Teilen dieser spröden, echten Momente.

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