Kategorie: Gedanken

erzählen

So nun erzähle ich ein bisschen was wie es weiterging mit Carsten und überhaupt.
Der Kerle ist nach seiner Geburt sofort in die Kinderklinik gekommen. Ich musste damals 8 Tage in der Geburtsklinik bleiben. 8 lange Tage! MamS (Mann an meiner Seite – bitte merkt euch das. Stammleser kennen diese Abkürzung.), also MamS ist sofort ins Kinderkrankenhaus, um sein Kind zu sehen und dort haben die Ärzte ihm gesagt, dass das Neugeborene vermutlich ein Junge ist, aber kaum Überlebenschancen hat. Carsten war nur ca. 14 Tage zu früh geboren, normal groß und auch nicht extrem leicht. Er hatte, und hat sie noch, die Blase auf der Bauchdecke liegend. Das hat die Ärzt*innen vermutlich sehr verwirrt, weil sie es noch nie gesehen haben. Carsten wurde steril, eingepackt, isoliert und rundum versorgt. Aber ohne uns, ohne mich! Das Neugeborene in der nahen medizinischen Hochschule vorzustellen, ist Ihnen anscheinend nicht eingefallen. Auch wir Eltern haben nicht daran gedacht. Wir waren ja noch so jung, denn dann hätten wir eine lange Odyssee nicht machen müssen.

Als ich endlich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, bin ich täglich zu meinem Kind gegangen und durfte es dennoch nicht anfassen, durfte Carsten lediglich auf einem Laubengang stehend von außen begutachten. Noch heute bekomme ich einen Zorn. Eigentlich bekomme ich erst heute diesen Zorn, damals war ich nur traurig. Ich war Mutter und doch keine Mutter. Hilfe hatte ich auch damals keine, mit einem Arzt sprechen konnte ich auch damals nicht, diese waren genauso überfordert wie wir Eltern. Aber einen Vorwurf muss ich ihnen machen. Sie hätten sich erkundigen können, was eine Blasenekstrophie ist. stattdessen haben sie sich darauf kapriziert, dass das Kind 2500 g Gewicht haben sollte.

Entschuldigt, ich kann nicht weiterschreiben …

Elke Erb

schau, die genauigkeit

9.6.16

nebenbei fällt mir ein
zu sagen der tür-
vorleger
sei
in der mitte schon durchgetreten

1.7.16

laß ich doch mal
die uhr
nicht allein
das leben abticken

© Elke Erb
∙∙∙∙∙

Diese große Lyrikerin ist gestorben. Sie ist ein Vorbild für mich – eben gerade darum, weil sich bei ihr nichts reimend frisst!

Mut

Schließ die Augen,
öffne dein Herz,
sei bereit für neue Aufgaben.

Halt die Luft an,
erobere die Welt
und sie wird sein.

©petra ulbrich

∙∙∙∙∙

 

Déjà-vu – wie vor 4 Jahren huste ich mir die Seele aus dem Leib, werfe nachts die Bettdecke weg, um sie dann sekundenspäter wieder zu suchen. Mein Körper treibt ein psychologisches Spielchen mit mir und triggert mich wo er kann. Vor 4 Jahren bin ich dann für eine lange Zeit mit multiplen Organversagen in diversen Krankenhäusern verschwunden und die Junioren mussten janzweitdraußen im Heim sein – kann mal jemand dies Gedankenkarussell abstellen? 

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