Ich merke gerade wieder, dass ich, wenn ein Tag gut gelaufen ist, am nächsten Morgen völlig in eine Panikattacke rutsche. Nicht gut, nicht rational, eher sehr auf der Gefühlsebene!
Gestern war ein guter Tag, sehr anstrengend zwar, aber dennoch ein Tag, der mich zuversichtlich gestimmt hat. Eigentlich wollte ich eine Fortsetzung schreiben, tu das aber nicht, weil es nichts weiter zu erzählen gibt. Vielleicht doch! Carsten hat Menschen kennengelernt – an sich nichts Neues, er lernt immer Menschen kennen. Diesmal war es international. John aus Leeds im Wartebereich. „Wo ist das denn?“, fragt der Kerle ganz ungezwungen und lässt sich erzählen, dass das im Norden Englands liegt. „Aha, da kommt Leeds United her – das kenne ich!“ Und schon waren der Engländer und der Kerle in ein Fachgespräch vertieft. Sie sprachen davon, dass die Engländer einen komischen Trainer haben und dass sie gar nicht gut spielen würden…
Isaak aus Nigeria als Arzt vor dem Fahrstuhl. Was die beiden besprochen haben, weiß ich gar nicht, weil ich nicht dabei war – sie klatschten sich gerade ab, als ich mit Wiebke vom Klo dazukam. Dies Klo war eine Herausforderung. Warum werden Behindertentoiletten eigentlich immer als Abstellräume missbraucht? Hätte ich Windeln im Erwachsenengröße M gebraucht, ich hätte mir welche mitnehmen können, oder Beatmungsschläuche, oder Desinfektionsmittel, oder Sauerstoffmasken. Schmuddelig war es obendrein!
Zurück nach Hause sind wir ein Stück über Land gefahren, am Kloster Bebenhausen vorbei. Schade, dass wir keine Zeit hatten. Man kann in diesem Ort nämlich vorzüglich essen. Meine Freundin, als Begleiterin, hatte aber am Abend noch einen eigenen Vortragstermin.
Meine Unruhe hat sich inzwischen auch gelegt – ich kann mich also in Ruhe an die Behördenbriefe machen.