Seit 22:00 Uhr ist der Kerle mal wieder mit Freifahrtschein unterwegs. Diesmal ins heimische Krankenhaus und diesmal ist es mir nicht möglich, ihm hinterherzufahren, denn das Töchting hat noch nicht geschlafen. Als sie das endlich tat, haben meine Beine gezittert wie Espenlaub, ich habe mir verboten, Auto zu fahren. Wer weiß, welchen Zaun, Baum oder ähnliches ich umgefahren hätte.
Der tapfere kleine Mann musste alleine in die Notaufnahme. Das gleiche Spiel wie am 2. Juni, die gleichen Symptome – Erbrechen, Brustschmerzen mit Stechen zwischen den Rippen und dem linken Schultergelenk. Die Notfallsanitäterin vermutet (wie ich auch) ein Rezidiv. Carsten hat starke Schmerzen und er ist nun schon sehr lange weg. Meine Unruhe steigt ins Unermessliche. Ich habe keine Telefonnummer, an die ich mich wenden kann. Eigentlich warte ich darauf, dass sie Carsten wieder bringen, aber nichts geschieht.
Inzwischen bin ich hundemüde, kann aber nicht schlafen. Das Kopfkino rattert. Wann hört das endlich auf? Wann ist mal genug? Wer will mich testen? Naja, der verliert! Wenn es um meine Kinder geht, werde ich Löwin. Die Ungewissheit macht mir dennoch Angst. Dass ich nichts machen kann, lässt mich verzweifeln. Mein Käfig ist klein, ich renne an den Gitterstäben entlang. …
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09:04 am nächsten Morgen: der Kerle ist ca. 04:00 Uhr heimgebracht worden. In bester Laune, schäkernd mit den Sani-Fahrerin, aber auch mit einem Rippenbruch.
Das Töchting ist hellwach, ich könnte im Stehen einschlafen, der Kerle liegt und pennt.