Kategorie: Gedankenchaos

Eigentlich sollte ich …

… doch mal fragen, wer ich bin? Mich selber fragen; denn jemand anderes gibt mir ja doch keine Antwort!

Es ist verdammt schwer. Leichter würde es mir vielleicht mit ein bisschen Abstand fallen – quasi in dritter Person über mich schreiben. Würde es mir wirklich leichter fallen? Vermutlich nicht. Denn es zeugt, meiner Meinung nach, von wenig Selbstbewusstsein wenn man von sich mit Vornamen spricht. Klingt wieder vorverurteilend, ich weiß.

Also: wer bin ich? Zumindest nicht diejenige, die ich äußerlich vorgebe zu sein. Ich spiele Rollen. Für den einen die, für andere wieder andere. Immer wieder bin ich die Verständnisvolle, aber auch diejenige, die unbequem ist, weil sie so manches infrage stellt. Mein ganzes Wesen wäre ambivalent, sagt eine Freundin: „In einem Satz kannst du zweierlei gegensätzliche Botschaften unterbringen und man kann es dir nicht widerlegen.“ Ich habe Angst vor dem Tag und dennoch weiß ich, dass ich alles schaffe. Ich sehe was hinter dem Berg ist, nur den leichten Weg sehe ich nicht. Nehme stattdessen den, der kurvig und steinig ist und geh ihn auch noch gerne!

Eigentlich bin ich’s leid über mich zu reden. Viel lieber möchte ich ‚sein‘. Angenommen sein, wie ich bin. Gesehen werden. Möchte, dass jemand hinter meine Potemkinsche Dörfer guckt und sieht: dort ist Substanz und nicht nur heiße Luft. Wir wollen doch alle gesehen werden, als die, die wir sind und nicht, als die, die wir vorgeben zu sein! 

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Nachtrag 11:12 Uhr: Schon vor Jahren habe ich das auch schon geschrieben. Bin ich eigentlich gar nicht lernfähig? Oder woran liegt‘s?

aus der Hand gefallen

Fast wäre mir mein Kind heute aus der Hand gefallen – ernsthaft, und das ist nicht lustig. 

Nach langem Bitten hatte ich gestern ein Medikament angeboten bekommen. Nachdem ich mit der Ärztin gesprochen hatte, war ich nicht mehr sicher, ob ich es nehmen wollte. Auch deswegen weil sie meinte, es wäre eh nur ein Versuch und sie denkt, dass ich es nicht nötig hätte. Andere Mitarbeiter (Pfleger*innen, Psychologin) vermittelten mir das Gegenteil. So ließ ich mich breitschlagen und nahm Mittags eine Pille. Mir war dann zuhause etwas schwummrig mit leichtem Kopfweh. Heute Morgen, circa eine Stunde nach Medikamenteneinnahme – ich wollte den Kerle aus der Badewanne holen – sackten mir die Füße weg. Eine dermaßen heftige Unruhe mit körperlicher Schwäche hatte ich noch nie. Mein Töchting lag noch im Bett, sie musste ich auch rausholen und sie wiegt doppelt soviel wie ihr Bruder. Okay, der Bruder wiegt knappe 13kg! Aber 26kg ist dann schon ne Hausnummer. Fragt mich nichts genaueres wie ich das geschafft habe – irgendwie ging’s dann schon. Auf die Rollstühle hab ich beide auch ‚gelupft‘. Ich bin heilfroh, dass wir einen so wunderbaren Werkstattbusfahrer haben; der hat  den Transfer von der Haustür in den Bus komplett alleine gemacht.

Der Fahrer, der mich dann abgeholt hat war ein hochgradiges A….och. Spielt während der Fahrt mit seinem Handy und zeigt der Beifahrerin Fotos. Ich konnt‘s mir nicht verkneifen und hab ihn angemotzt…

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Aufgeschrieben, damit ich’s nicht vergesse und ich nehm jetzt keine Pille mehr.  

Die Höhle, die Sie fürchten zu betreten, enthält den Schatz, den Sie suchen. | Joseph Campbell

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