Kategorie: Behinderung

Lass uns über den Tod reden

Wir sterben mit den Sterbenden
Sieh, sie scheiden, und wir gehen mit ihnen.
Wir werden mit den Toten geboren:
Sieh, sie kehren wieder und führen uns mit.

TS Elliot

Nee, ne oder muss das sein? Ja, ich denke schon! Die Junioren und ich haben das gestern Abend gemacht. Tod ist ja bei uns auch ein Thema – der Papa starb vor 7 Jahren sehr plötzlich, quasi aus dem Leben gerissen. Und es war notwendig, dass wir gestern geredet haben. Denn meine Kinder haben Angst, gerade weil ich so krank bin, dass ich auch sterbe. Wenn wir nicht dies heikle Thema angesprochen hätten, dann hätten sie es für sich behalten. Es für sich alleine behalten, alle Ängste mit sich alleine ausmachen, das ist nicht gut und für geistig behinderte Menschen, die ganz andere Horrorszenarien im Kopf haben, eine noch größere extreme Belastung.

Wir reden über alles! Ich rede mit den Junioren so, dass sie mich verstehen. Das heißt nicht unbedingt, dass ich eine sehr einfache Sprache verwende. Auch behinderte Menschen können komplexe Probleme erfassen und meine beiden fragen, wenn sie etwas nicht verstehen – auch über den Tod. Als der Papa starb und dieser nicht mehr da war, war es ein großes Thema, wo er jetzt ist. „Auf keinem Fall auf dem Friedhof!“ Carsten hat es erkannt – „Da ist nur Asche.“ „Mal ist er bei uns und mal nicht!“ „…und wenn ich ihn brauche, dann ist er meistens nicht da – so wie früher ja auch!“

Uuups, such Life! – Wie ist das bei euch, redet ihr auch über den Tod?

im November

… fällt aufstehen so schrecklich schwer. Besonders an Tagen wie diesen, vor dem siebzehnten. Es ist kalt – draußen und innen. Die Motivation fehlt. 

Die Junioren schlafen noch, Carsten sicherlich bis Mittag und an Wiebkes Tür werde ich so leise, wie möglich vorbeischleichen. Mein Bürokram wartet! 

Dabei rattert mein geschundener Kopf. Was war vor sieben Jahren? Sieben Jahre sind nichts und doch so viel! Ich gäbe was drum, wenigstens dafür den Ausschalter zu finden …

Erkenntnis

Das Leben ist schön und auch leidvoll. Je früher ich das akzeptiere, umso weniger bin ich aufgehalten. Trotzdem bleibt die Angst um meine Liebsten. Der tägliche Kampf macht mir Bauchschmerzen.

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