Kategorie: Behinderung

es geht wieder los

Schon wieder! Ich mag nicht mehr! Darüber will ich auch nichts schreiben – es ist viel zu nervenaufreibend. Meine Nerven, die der Junioren und wahrscheinlich auch die, der Mitarbeiter in der Lebenswerkstatt. Wenn diese denn wenigstens kommunizieren würden? Irgendwas läuft schief. Der Kerle kotzt wieder regelmäßig, das Töchting trinkt genauso wenig wie er und zudem bringt sie ihr Frühstück wieder mit heim.

Ich weiß, dass die Abteilung unterbesetzt ist – ich weiß tatsächlich mehr, als andere Angehörige, weil meine Junioren reden können. Aber was ich ihnen glauben kann, das weiß ich nicht. Die Mitarbeiter hüllen sich in Schweigen und das klärende Gespräch, das ich mit deren Vorgesetzten geführt habe, hat nichts gebracht. Es werden noch immer keine Mitteilungsheftnotizen abgezeichnet. Ich weiß also nicht, ob sie überhaupt lesen.

Was mich am meisten belastet ist, dass meine Junioren irgendwie versorgt werden und diese blöde Pandemie hindert mich daran, ein Gespräch mit allen Beteiligten zu führen. Sie haben eh schon keine Zeit, die notwendigen Arbeiten zu machen, da ist ein außerplanmäßiges Treffen erst recht nicht drin.

und da ist

Da ist dieser weiße Fleck auf meinem Handy – irgendeine App oder ein Lesezeichen. Ich könnte nachschauen was es ist, aber ich mag es gerade nicht. Mögen tue ich grad gar nichts.

Es ist kurz vor einundzwanzig Uhr und dieser Tag hat mich geschafft. Zwei Menschen mit Halsweh und Kratzestimme, aber fröhlich sind sie allemal. Was legales Cannabis doch bewirken kann? Dem Kerles Rückenschmerzen sind, so sagt er: „Wie von Geisterhand verflogen!“ und des Töchtings Hüfte tut lange nicht mehr so weh! „Da nehm‘ ich doch gerne ein bisschen Halsschmerzen in kauf!“ Nur gegessen haben sie wieder nichts und getrunken auch nur das, was ich ihnen in den Hals geredet habe.

Sie sind just im Bett und wollen morgen in die Werkstatt – mal schauen was draus wird? Ich bin kaputt und dennoch froh, dass meine Schulter nicht schlapp gemacht hat. Vielleicht trinke ich noch einen GinTonic und dann habe ich die nötige Schwere und schlafe hoffentlich fest in Morpheus Armen.

Da interessiert mich ein weißer Fleck auf dem Handy einen Dreck…

Musik am Pfingstmontag

Heute Nacht, als ich nicht schlafen konnte, habe ich einmal wieder die Mediathek des DLF strapaziert. Da habe ich auch den Beitrag von Vivian Kanner gehört und seitdem habe ich einen Ohrwurm. Ich mag spröde Menschen – vielleicht auch deswegen, weil ich selber Risse habe. 

Eigentlich – dieses Wort mag ich nicht, und doch gebrauche ich es immer und immer wieder – eigentlich möchte ich noch länger schlafen. Gestehe es mir aber nicht zu, da wir heute eine Helferin haben, mit der wir spazieren gehen können. Dazu muss ich vorher aber beide Junioren baden. Das setzt mich unter Druck. Der Kerle und das Töchting möchten noch nicht aufstehen. Verständlich, es ist Feiertag! Aber sie sollten auch sauber, angezogen, mit Frühstück versorgt und einigermaßen ausgeglichen sein. Das ist mein Dilemma …

Irgendwo auf der Welt gibts ein kleines bisschen Glück!

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