Kategorie: Behinderung

Das ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält…

Ganz schön große Ziele – für mich nicht einzuhalten. Ich kann ja noch nicht einmal mein eigenes Äußeres zusammenhalten. Es gibt Tage – und heute ist so einer – da driftet alles auseinander. Ein bunter Tropfen ins Wasser geträufelt und alles verliert an Kontur. Alles wird eingefärbt und kontaminiert und dennoch wird nichts erreicht. Ganz im Gegenteil, die Sache verkompliziert sich noch mehr.

Wie jedes Jahr, nur zu anderen Zeiten, hat der Kerle eine Kotzphase. Jedes Mal nimmt sie mich ein Stückchen mehr mit, nimmt mich mehr auseinander und lässt meine Welt zerfließen. Die Erkenntnis warum das so und nicht anders ist, kommt nicht!

Heute Nacht möchte ich wenigstens nicht im dicken Pullover auf der Couch einschlafen und auf der schmerzenden Schulter liegen. Heute Nacht möchte ich – wenn schon nicht die ganze Welt retten, dann wenigstens meine und die der Junioren ein bisschen in Watte packen und den Kerle und das Töchting von Seifenblasen träumen lassen.

Die Realität holt uns noch früh genug wieder ein!

im Keller

Das, was ich im Moment zu berichten habe, gehört hinter verschlossene Türen in den Keller – oder in ein Haus des Müttergenesungswerks! Nur leider stehen wir da immer noch nur auf der Warteliste!

Vorsicht

Angst ist eine schlimme Krankheit, die außerdem die Tür zu anderen Krankheiten öffnet.

Viele von uns haben heute Angst. Auch ich habe Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor der Arbeitsüberlastung, Angst davor zu wenig Geld zu haben, zu wenig Zeit für mich. Die Kunst ist, heute gelassen zu bleiben, Gottvertrauen zu entwickeln und in aller Ruhe das Richtige zu tun. Doch was ist das Richtige? Wie schaffe ich es mit den Mitarbeitern der Lebenswerkstatt zu sprechen, ohne dass sich eine Partei auf den Schlips getreten fühlt. Sie sind unterbesetzt und zum großen Teil neu, kennen die Menschen nicht richtig und obendrein ist Pandemiezeit. Ich, als Mutter sehe aber, dass einiges im Argen liegt. Nur wird nicht kommuniziert! Der Kerle kommt immer wieder mit voll gespuckter Wäsche heim und erzählt: „Es gab Stress! Ich habe es nicht geschafft! Die Mitarbeiter haben mich in die Küche gestellt!“ Wiebke bringt ihr Frühstück unangetastet wieder heim und das, was ich ins Mitteilungsheft schreibe, wird nicht abgezeichnet!

Mich bedrückt das. Die Junioren sind unausgeglichen und kommen gestresst heim. Ich muss dann versuchen, das was sie in der Werkstatt nicht gegessen und getrunken haben Zuhause in sie hineinzureden …

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