Ich kann bloggen und meine Junioren versorgen, doch nebenbei kann es mir dennoch beschissen gehen. Eine Dampflok schnauft regelmäßiger als ich. Es ist eine Mammutaufgabe, das Töchting aufs Klo zu setzen – sie muss mithelfen! Sie tut es und lacht dabei. Die volle Tragweite hat sie nicht überblickt, kann sie nicht überblicken. Aber sie hilft. Ich habe Wiebke anziehen können; sie sitzt auf ihrem Rollstuhl und hat die von meiner Freundin gekochte Hühnersuppe gegessen.
Leider konnte die Freundin nur die Suppe vorbeibringen und nicht dableiben. Sie arbeitet im Hospizdienst und kann es sich nicht erlauben, ihre Gäste anzustecken. Ich bin ihr sehr dankbar. Ob ich es ihr gezeigt habe, weiß ich nicht wirklich – viel zu schlapp bin ich, und es schlaucht mich sogar zu atmen. Meinem Töchting geht es besser; sie ist nur ein bisschen durchsichtig blass.
Der Kerle macht es anders: Er liegt im Bett und gesundet. Er trinkt etwas, isst etwas, spielt, hört Musik, fährt mit seinem Formel-3-Wagen wild durch die Gegend und ist hin und wieder auf der Rennstrecke! Ihn zu versorgen fällt mir leichter, weil der Kerle viel weniger wiegt als seine Schwester.
Den Junioren fehlt es an nichts, und sie dürfen sogar Donnerstag wieder in die Werkstatt.
Mir ist übel. Kopfweh, Stirn- und alle anderen Höhlen sind dicht und voll beschattet. Wackelbeine. Kennt ihr die Figuren mit den Gummibändern? So fühle ich mich. Lummelig! Aber ich schaffe es, weil es sein muss. Schön ist, dass mich die Junioren nicht so oft rufen und mich sogar ein Stündchen haben schlafen lassen. Meine Stirn ist kalt, ich friere wie das Ulmer Schneiderlein. Ich schwitze – und ich huste mir die Seele aus dem Leib!
27. Oktober 2026 17:21 — 17:21
Du bist zu bewundern, was du alles schaffst, trotz alle dem und alle dem.
27. Oktober 2026 17:29 — 17:29
Ja, ich schaffe viel, aber bewundern braucht man mich nicht!