Kategorie: Allgemein

Liebes Christkind

Liebes Christkind sei so lieb
bring uns keine Gaben,
die es auch im Kaufhaus gibt,
weil wir die schon haben.
Bring uns Mut und Tapferkeit,
Wahres laut zu sagen
und des andern Not und
Leid liebend mitzutragen.
Bring uns mehr Verbundenheit.
Schenk uns Ruhe, Einkehr, Rast,
nur ein kleines bisschen Zeit
statt der Eile und der Hast.
Schenk uns eine harte Nuss,
die wir knacken müssen.
Weich macht uns der Überfluss,
wenn wir nichts vermissen.
Bring uns einen Tannenbaum
aus gesundem Walde.
Oh welch schöner Weihnachtstraum,
Christkind komm doch balde.

Elli Michler

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gekündigt

Seit Tagen hole ich die gedruckte Tageszeitung aus dem Briefkasten, schlage sie kurz auf der Lokalseite auf und dann lege ich die Blätter fein säuberlich wieder aufeinander, öffne den niedrigen Küchenschrank, hole den kleinen Korb ein bisschen heraus und schmeiße die Zeitung ungelesen dort hinein. Das geht so nicht weiter! Deswegen habe ich die Printausgabe gekündigt und lese vom neuen Jahr an, nur noch digital. Eigentlich nehme ich gerne Zeitungspapier in die Hand, habe ich doch in einem Zeitungsverlag meine Schriftsetzerlehre gemacht. Es tut mir in der Seele weh, aber ich habe es gerne ordentlich. Wenn nämlich überall zerfledderte Zeitungsblätter liegen… Außerdem spare ich dadurch auch noch knapp 20€. Manche Ära, eigentlich alle gehen früher oder später zu Ende.

nachts

Wenn ich denn nachts vor einem leeren Blatt Papier sitze, ist das ziemlich bescheuert. „Nachts sollst du schlafen und ganz bestimmt nicht vor einem leeren Blatt Papier sitzen und nichts drauf malen können!“ Aber wenn ich doch nicht schlafen kann? Eine ziemlich krude Vorstellung. Als ich vorhin die Junioren zurück ins Bett geschoben, den Kerle umgedreht und das Töchting zugedeckt hatte, war ich nicht wieder in den Schlaf gekommen. Sämtliche Podcast, ach Quatsch es gibt so viele mehr, aber die meisten sind entweder zu lang oder langweilig, habe ich gehört und lesen in der Nacht schadet den Augen. Das hat meine Oma gesagt und meine Oma war eine weise Frau, die tagsüber aber auch nicht gelesen hat, weil sie am Tag schließlich ihre Hände nicht in den Schoß gelegt hat, weil man das ja nicht machte. Als sie endlich dazu Zeit hatte, wollte sie nicht mehr lesen – nur Groschenromane, die gaukelten wenigstens heile Welt vor. Meine Abneigung gegen solche Schundliteratur habe ich vom Opa geerbt, denn mein Vater hat lieber gemalt. Womit wir wieder beim leeren Blatt Papier sind.

Gute Nacht, ich geh noch mal schnell aufs Klo und dann kommt hoffentlich Morpheus und nimmt mich in den Arm.

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