Wenn ich denn nachts vor einem leeren Blatt Papier sitze, ist das ziemlich bescheuert. „Nachts sollst du schlafen und ganz bestimmt nicht vor einem leeren Blatt Papier sitzen und nichts drauf malen können!“ Aber wenn ich doch nicht schlafen kann? Eine ziemlich krude Vorstellung. Als ich vorhin die Junioren zurück ins Bett geschoben, den Kerle umgedreht und das Töchting zugedeckt hatte, war ich nicht wieder in den Schlaf gekommen. Sämtliche Podcast, ach Quatsch es gibt so viele mehr, aber die meisten sind entweder zu lang oder langweilig, habe ich gehört und lesen in der Nacht schadet den Augen. Das hat meine Oma gesagt und meine Oma war eine weise Frau, die tagsüber aber auch nicht gelesen hat, weil sie am Tag schließlich ihre Hände nicht in den Schoß gelegt hat, weil man das ja nicht machte. Als sie endlich dazu Zeit hatte, wollte sie nicht mehr lesen – nur Groschenromane, die gaukelten wenigstens heile Welt vor. Meine Abneigung gegen solche Schundliteratur habe ich vom Opa geerbt, denn mein Vater hat lieber gemalt. Womit wir wieder beim leeren Blatt Papier sind.
Gute Nacht, ich geh noch mal schnell aufs Klo und dann kommt hoffentlich Morpheus und nimmt mich in den Arm.