Ich wünschte, ich könnte einen klugen Text schreiben, einen, der nicht klagend oder jammervoll ist und der doch das schonungslos darstellt, mit welcher Müdigkeit ich mich gerade durch die Tage schleppe.
Mich begleitet seit Kindheit diese nichtgreifbare diffuse Angst. Zum Teil kann ich sie sicherlich benennen, aber das ist rein wissenschaftlich Furcht vor etwas und tatsächlich, wenn ich weiß, weswegen ich mich fürchte, dann kann ich das angehen. Gegen die Ängste ist, laut meiner mich behandelnden Neurologin, ein Kraut gewachsen. Mir persönlich wäre auch ein allopathisches Medikament recht, wenn es denn gefunden würde. Inzwischen haben wir uns über die Jahre schon mindestens an 10 verschiedene Arzneimittel versucht – Nebenwirkungsfrei war keins oder es zeigte keine Wirkung. „So selten ist das gar nicht.“, meinte meine Ärztin: „Wir müssen einfach weitersuchen.“ Das letzte Präparat hat mich völlig ausgeknockt. Müde, extrem schläfrig, dicke geschwollene Augen, Pickel im Gesicht, Gedächtnisschwäche (aber das kann auch dem Alter geschuldet sein). Dabei wäre es so schön gewesen, ist dieses Medikament in den USA auch zur Behandlung von Fibromyalgie zugelassen…
So ist es wieder ein Beitrag geworden, der nicht so schön positiv in die Adventszeit passt. Dabei bin ich keineswegs depressiv – es ist nur so viel. Töchting singt Halleluja und der Kerle freut sich auf die Weihnachtsfeier und morgen Abend gehen wir zum Weihnachtskonzert. Darauf freue ich mich sehr!
Nachtrag – zehn Minuten später: Töchting bleibt Daheim. Sie hustet, spuckt, hat extrem Halsweh – singt aber dennoch mit leichtem Fieber ihre Kauderwelschlieder!