ach

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag passwortgeschützt schreiben. Ich bitte euch deswegen, geht sorgsam damit um!

Ich habe immer Angst! Angst auch dann, wenn es mir scheinbar gut geht. Angst, etwas falsch zu machen, nicht zu genügen und wenn etwas nicht funktioniert, daran Schuld zu sein. Es macht mir einen wahnsinnigen Stress, wenn mein Handy nicht das macht, was ich erwarte, das es machen müsste. Es macht mir Stress, wenn der Aushilfsbusfahrer, statt zu helfen, die Hände nicht aus der Hosentasche bekommt. Es ist für mich eine psychische und sogar körperliche Belastung, wenn ich angeblich die Vorgaben nicht erfülle, die andere vermeintlich von mir erwarten.

Ich kann mich nicht am Mittag auf die Terrasse setzen und nichts tun. Das könnte ja gesehen werden und als faul sein ausgelegt werden. Ich bebe innerlich, wenn ich an die nicht geöffneten Briefe vom Landratsamt und der Bausparkasse denke.

Es ist nur ansatzweise nachvollziehbar. Am ehesten können es noch autistische Menschen und welche mit AD(H)S verstehen. Denn rational gibt es keinen Grund für meine Ängste.

Jedes Mal, wenn ich ins Sprachcafé oder woandershin gehe, wo ich mehr als drei Menschen treffen könnte, steigt mein Stresspegel ins Unermessliche. Aber auch bei Freundinnen weiß ich eigentlich nie, ob ich den richtigen Ton erwische. Selbstzweifel statt Selbstbewusstsein …

Mein Nervensystem  ist ständig auf Alarmbereitschaft  – selbst dann, wenn objektiv keine Gefahr besteht. Das ist einfach total stressig!

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein und habe Wünsche. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

Kategorien: Gedankenchaos

3 Kommentare

  1. Liebe Petra, lieben Dank, dass du uns daran Teil haben lässt. Und ja, ich kann es, wie du es eben auch schon erwähntest, nur Ansatzweise nachvollziehen. Diese ganzen Situationen kenne ich natürlich auch zur Genüge, nur was sie in mir auslösen ist ein anderes Gefühl, keine Angst, eher Unbehagen – auch nicht das richtige Wort. Schwer zu beschreiben.
    Was die Anderen denken – scheiß drauf, salopp gesagt. Hey, das is deren Problem! Also, setzt dich auf die Terrasse – trau dich. Dir muss es damit gut gehen. Und dass du dich, trotz deiner Ängste und stetigem Stresspegel bewusst Situationen aussetzt, die diese noch verstärken – Sprachcafe – zeigt mir eine verdammt starke Frau. Du allein weißt was du leistest und deine Junioren!
    Lass dich mal virtuell drücken und eine Tasse Tee oder Kaffee zuprosten.

  2. Was Jane sagt, da stehe ich auch dahinter! Zu bedenken ist eventuell noch, dass es durchaus Ängste über die Generationen hin gibt, also beispielsweise unbewusst vererbte von Eltern,Großeltern oder noch davor!

  3. Schließe mich meinen beiden Vorrednerinnen absolut an.
    Auch die familiäre und die generationsbedingte Rollenprägung, sowie familiär vererbte Traumata spielen bei der Kindesentwicklung maßgeblich mit.

    Deine Angst ist ins Leuchten geraten.

    Liebe Grüße zu Euch Dreien (auch von Quacks, dem Medizinschlumpf)
    Amélie

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