durchs Herz

Etwas geht mir durchs Herz, heute Morgen, nicht wild und rauschend wie der Wind durch die Bäume, sondern leise und klein, so wie eine Katze über eine Gasse geht bei Nacht, unhörbar und nicht zu sehen und auf unbegreifliche Weise da und doch nicht da.

Etwas geht mir durchs Herz heute Morgen, nicht als bleibende Spur wie ein Weg durch die Felder, sondern schwankend bewegt und so flüchtig, dass ich fühle, es kann wieder fort sein, bevor ich es fasse.

Etwas geht mir durchs Herz heute Morgen, geht mir durchs Herz wie Atem über eine Handfläche, gehört schon zu mir und ist mir noch fremd.

Vielleicht eine Sehnsucht, die mit mir aus dem Bett aufgestanden ist, heute Morgen. Vielleicht eine Melodie, die gesungen sein will. Vielleicht der Hauch von Nochnichtgeschehenem, das mir begegnen wird an diesem Tag. Und es fühlt sich an wie ein Schweben, fühlt sich an wie eine Weite in mir, die ich nicht durchmessen kann in tagelangen Fußmärschen oder mit Millimeterband, und ich frage mich, ob das auch andere kennen, und ich bin gespannt, was es ist…

Etwas geht mir durchs Herz heute Morgen.

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

3 Gedanken zu „durchs Herz“

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