Behinderung, Gedanken, Kuddelmuddel

Veränderungen zweiter Teil

Nein, ich werde mein Leben nicht löschen! Auch keine Teile daraus. Es geht ja gar nicht und wenn, würde ich die Geschichte ändern, das habt ihr alle wunderbar gesehen. Wir sind die geworden, weil wir unser Leben so gelebt haben, wie wir es gelebt haben. Und ob ich gerne jemand anderes wäre, das steht nicht zur Debatte…

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Meine Füße tun weh. Viel zu viel gelaufen, in Schuhen, die nicht dafür gemacht wurden und auf einem Untergrund, der kein Waldboden war – leider! Einkaufen war ich, manche nennen es shoppen. Shopping ist nicht mehr meins. Ich habe klare Vorstellungen was ich haben will und die momentane Mode ist nichts für mich. Was es in der nahen Großstadt zu kaufen gibt, ist eher provinziell, denn sportlich-elegant. Da ich keine zwanzig mehr bin, fällt naturgemäß einiges weg. Bauchfrei ist nicht drin und Hosen mit Löchern kaufe ich nicht, die schmeiße ich eher in den Müll. Mein Einkaufsverhalten hat sich rapide geändert. Ich lasse mir nichts mehr aufschwatzen und so kann es passieren, dass ich wieder nur ein, zwei, drei Bücher kaufe, statt einen Pullover.

Wisst ihr, was es nicht mehr gibt? Es gibt keine Trinkhalme mit Knick mehr. Nur noch Papphalme oder welche aus Glas, aber keine mehr mit Knick! Blöd. Wir brauchen dünne Trinkhalme mit Knick, die ich kürzen kann, damit der Kerle seine Astronautendrinks damit trinken kann. Es ist okay, dass der Umwelt zuliebe Plastik vermieden werden soll, aber was machen behinderte Menschen, die Trinkhalme brauchen, die einen Knick haben müssen, damit sie damit trinken können, weil sie ihren Kopf nicht so weit beugen können? Habt ihr vielleicht noch einen Vorrat solcher Halme? Ich muss diese kürzen können. Glas zu kürzen fällt mir verdammt schwer und einen Papphalm kannst du zwar knicken, aber dann geht nichts mehr durch. Hätte ich man gehamstert!

Meine geschundenen Füße werde ich baden und cremen und dann ganz weich betten und hochlegen.

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

14 Gedanken zu „Veränderungen zweiter Teil“

  1. M. - K. sagt:

    Hallo Petra,
    müssen es ganz dünne Halme sein, wie für Trinkpäckchen oder gehen auch die normalen, mit Knick? Nicht die dicken, für Smoothie. Wenn Du mit denen etwas anfangen kannst, Astronautenkost gibt es ja in verschiedenen Umverpackungen, könnte ich Dir morgen welche schicken.

    Dass Du Deine Füße gut versorgst, gefällt mir. Viele schimpfen nur, aber vergessen, dass sie uns tragen und wir sie gut behandeln sollten.
    Bitte um Antwort, liebe Grüße durch die frühe Dunkelheit, mit Kerzenschein und gut duftendem Essen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Danke, es müssen nicht die ganz dünnen sein. Die Normalen mit Knick sind genau richtig.

      1. Brigitte sagt:

        In meiner Wohnung in Norddeutschland habe ich noch welche mit Knick, es dürften die normalen sein. Voraussichtlich fahren wir im Dezember wieder hoch, zurzeit bin ich beim Lebensgefährten im Süden. Lass mich wissen ob dann nich Bedarf besteht, dann schicke ich sie dir.
        LG Brigitte

        1. piri ulbrich sagt:

          Gerne, die werden ja nicht schlecht!

  2. M. - K. sagt:

    Super!

  3. Ursula Grigo sagt:

    Ich hab nur die ganz dicken. (wenn ich bloß wüsste wo ich sie hingeräumt habe)

    1. piri ulbrich sagt:

      Dicke können wir leider nicht gebrauchen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Wow, dann haben wir wahrscheinlich erst mal genug. Danke – ihr seid schon ein toller Haufen.

  4. dergl sagt:

    Ich hatte das Problem mit den Halmen letztes Jahr und mir haben viele Leute aus den Blogs geholfen (damals hatte ich die noch), so wie dir hier jetzt hoffentlich auch geholfen wird. Das heißt, ich habe jetzt zwar einen Vorrat, könnte aber leider nichts abgeben oder wegtauschen, weil ich selber drauf angewiesen bin.

    Es soll – ich habe sie noch nicht gesehen, weiß es also nicht sicher -, auch irgendwo was knickbares aus Silikon zu haben sein. Durchmesser wie Plastikhalm, spülmaschinentauglich. Keine Ahnung, ob die irgendwer, der:die es braucht wirklich nutzen kann, aber die könnten mit einer Schere anpassbar sein.

    Was ich mit Knick gesehen habe ist Edelstahl. Allerdings: Eventuell Verletzungsgefahr und nicht kürzbar. Vielleicht gäbe es die aber irgendwo auch in kurz, falls ihr die nutzen könnt. Finger weg von Glas, wenn ich den Tipp geben darf, auch wenn die schön aussehen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Die Hilfe von den LeserInnen finde ich wunderbar, es überwältigt mich. Edelstahltrinkhalme hat Carsten ausprobieren können und er mag sie nicht, dagegen Glashalme sind ihm sympathisch. Nur sind sie zu dick, zu lang und haben einen viel zu großen Durchmesser. Und ich denke auch, dass sie sicher sind!

      1. dergl sagt:

        Splitter im Mund sind nett gesagt nicht toll und ich selber hatte auch schon Verletzungen durch Edelstahl. Ich hatte mich durch irgendwas erschrocken, gezuckt und zack! Papier meide ich, weil die sich bei mir gerne auflösen und mir dann schon mal aus der Luft- oder Speiseröhre gefriemelt werden müssen. Ich habe für Wasser einen starren aus Kunststoff, der funktioniert für mich aber nur in genau dem einen Gefäß und nur mit Wasser, ist also auch keine Generallösung.

        Im Sommer (August?) habe ich bei Aldi welche aus Apfelfasern gesehen, also verzehrbar, die hatten aber keinen Knick, sonst hätte ich die ausprobiert. Hatten vom Sehen her schätzungsweise die Dicke von Plastikhalmen. Wenn ich sowas mal mit Knick finde, werde ich das ausprobieren. Ich will nicht bewusst die Umwelt zumüllen – bekommt man ja von Nichtbehinderten gerne mal unterstellt -, ich möchte trinken und essen können.

        Meine Freundin, die ALS hat hat eine Kindertrinkflasche von sistema, da kommt oben ein (leider sehr) kurzer leicht biegbarer Silikonhalm raus, der da fest verbaut ist. Ich weiß nicht ob das im Notfall für euch auch noch praktikabel wäre. Muss man halt alles umfüllen. Geht irgendwas um 400ml rein. Gibt es auch in größer, aber da weiß ich nicht ob mit Halm und wie der ist.

    1. piri ulbrich sagt:

      Ja Dankeschön für den Link! Ich denke, erst einmal bekommen wir welche – aber man kann nie wissen, ob wir noch welche gebrauchen!

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