Schlagwort: allein sein

vergessen dürfen

Lethe, die griechische Göttin des Vergessens, ist wandelbar und wandelt. Sie liegt als Fluss zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten. Wer stirbt, trinkt aus ihr und vergisst alles; wer geboren wird, trinkt aus ihr und vergisst alles. Aber Lethe ist nicht immer ein Fluss, und wir müssen nicht unbedingt aus ihr trinken, um gewisse Dinge zu vergessen.

Manchmal verwandelt sich Lethe in Zeit. Dann vergessen wir nach zwei Tagen, dass wir Schmerzen hatten, nach vier Monaten, wie es sich mit kahlen Bäumen lebte, nach drei Jahren, wie ein Kuss geschmeckt hat. In den Nächten spült Lethe durch die Labyrinthe unserer Träume. Dann wäscht sie Bilder und Menschen und Orte von den Wänden unserer Erinnerung und fügt sie zu neuen Geschichten und Formen zusammen, die wir morgens noch wissen manchmal.

Manchmal, wenn die Zeit gekommen ist, legt uns Lethe von hinten eine Hand auf die Schulter und entstreift uns die Erinnerung, dass wir verletzt worden sind. Wir können uns verlieben dank dieser Hand.

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Mit meinen Themen – dabei bin ich immer noch dieselbe – ändert sich die Leser*innenschaft. Mit diesem Text möchte ich an alte Zeiten anknüpfen. Kann aber nicht versprechen, dass es so poetisch bleibt. Ist doch meine momentane Situation extrem komplex und angstbeladen…

 

sichtbar werden

Wenn du ein Geheimagenten bist,
weiß niemand, dass es dich gibt.
Wie sollen die Leute dich dann wahrnehmen?

Zeig dich!
Auch leise Töne erreichen Menschen.
Sei ein gutes Buch,
das tief berührt
ohne laut zu sein.

Wenn niemand deine Beiträge mag?
Schick diese Gedankensabateure zum Teufel!
Noch bist du nicht gut genug.
Du kannst alles wieder löschen.
Und nicht die ganze Welt sieht dich.

Interessiert es überhaupt jemanden?
Sehen es die richtigen Menschen?
Gar dein Umfeld?
Vielleicht!
Doch wenn du es nicht probierst
sehen sie es nie.

Am Ende zählt nur eins:
Die Menschen, die dich mögen
werden dich schätzen,
werden dich unterstützen.

Dem Rest ist es egal!

©️petra ulbrich

✨ Likes✨ sind okay, Kommentare sind herzlicher willkommen.

eine Bitte

… macht mich bekannt! So finde ich vielleicht Alltagsbegleiter.

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und wenn dich

…ein fremde junge Frau liest, wie ein offenes Buch und sie nicht einmal Psychologie studiert hat, dann bin ich doch sehr beeindruckt von ihr. Wenn sie dann noch eine sehr fähige Physiotherapeutin ist und auf Anhieb meine Schwachstellen im Schulterbereich findet – nur nach einem 10minütigen Eingangsgespräch, so fühle ich mich bei ihr in sehr guten Händen wissend. Leider ist sie jetzt 14 Tage im Urlaub und ich weiß nicht, was mich beim nächsten Mal in der Physiotherapie erwartet!

Unser Wochenende war erlebnisreich und randvoll angefüllt. Samstags waren wir bei behinderten Freunden und haben ein sehr kurzweiliges Theaterstück über das Neinhorn angeguckt. Der Kerle hat lebhaft mitgespielt, obwohl er gar nicht auf der Bühne stand.

Sonntag gab es großes Blasorchester im Nachbardorf, wo fast jeder – so scheint es mir – im Musikverein Mitglied ist. Vom Viertklässler bis zum Rentner spielen die Leute Trompete, Posaune, Querflöte, Oboe und alle Arten von Blasinstrumente und es war ein wunderbares Vergnügen ihnen zuzuhören. Bei beiden Veranstaltungen habe ist festgestellt, dass wir gar nicht so isoliert sind, wie ich immer denke.

Am Montag war hier herrlichstes Wetter und da meine Kräuterecke völlig verkrautet ist, wollte ich mir eine Kräuterschnecke basteln. Es ist ein großer Topf geworden für die grünen Gewürze der Küche und steht jetzt auf der Terrasse am Küchenausgang.

Heute Nacht war‘s mal wieder nicht meine, aber das Hirnforscherbuch hat mich obendrein zusätzlich wachgehalten und der Fall einen kleinen Mädchen, das trotz ausreichender Nahrung nicht wachsen und zunehmen konnte, hat mich nachdenklich, traurig an meinen Kerle erinnert. Zum Glück für Carsten hat sie ein Schicksal, das mit Verwahrlosung begann, aber in Liebe – wenn auch nicht vollständig – aufgefangen werden konnte. Das Buch ist harter Tobak. Mich heilt es – so komisch und verrückt es sich anhört!

∙∙∙∙∙

Mein Weg ist steinig, ich habe das Gefühl barfuß zu gehen, manchmal ist es Eis und manchmal brüllend heiß, dann laufe ich über Wiese mit Brennnesseln oder Gänseblümchen, durch einen plätschernden Bach, über eine Brücke aus Stein oder eine schwankende Sisalhängebrücke. Manchmal fühle ich mich sehr alleingelassen, aber im Hintergrund ist immer jemand der/die mich auffängt!

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