Ich, die sich immer schon unsicher fühlte, wenn es darum ging, Fragen zu stellen, habe mich getraut, mich für das Sprachcafé für ausländische Frauen anzumelden.
Ich bin stolz darauf, dass ich gutes verständliches Deutsch spreche und mich so mit syrischen, iranischen, türkischen und anderen Frauen austauschen kann. Im Café wird fast ausschließlich Deutsch gesprochen, was oft zu lustigen Situationen führt. Hände, Grimassen und ein bisschen Kauderwelsch aus Arabisch, Kurdisch und Englisch helfen uns dabei, uns zu verständigen.
Heute haben wir über Mülltrennung gesprochen. In Südamerika ist das nicht üblich und in Indien kommt alles, soweit vorhanden, in die gleiche Tonne.
Doch wie sortieren eigentlich andere Länder ihren Müll?
Frankreich: Bio- und Restmüll trennen? Das gilt in den meisten französischen Städten als zu kompliziert. Im ostfranzösischen Metz hat sich jedoch ein Verein gegründet, dessen Mitglieder ehrenamtlich mit dem Rad Obst- und Gemüseschalen bei Restaurants abholen. Der Kompost wird dann an Interessenten verteilt. „Biomüll füllt ein Drittel unserer Mülleimer und besteht zu 80 Prozent aus Wasser“, sagt Vereinsgründer Adrien Walck: Es sei „irrsinnig“, Energie für die Verbrennung von Wasser aufzuwenden. Die Nachfrage ist riesig: ein Zeichen für die Kommunen, doch Kompostsysteme einzuführen.
Ein Mülleimer auf Reisen: Bei seinem Date mit dem Müllbehältnis machte Stanojevic auch immer Fotos. Ein Mülleimer auf großer Tour: ungewöhnliche Nachbarschaftshilfe in Australien Gebrauchte Kleidungsstücke liegen in einer Müll-Deponie in der Wüste. In der nahe gelegenen Freihandelszone von Iquique kamen 2021 bis Oktober 29 178 Tonnen gebrauchter Kleidung an. Etwa 50 Importeure verkaufen die besten Stücke daraus, die anderen – schätzungsweise 40 Prozent – sortieren sie aus.
Chiles Atacama-Wüste: Müllhalde für Fast-Fashion USA
Die USA verursachen insgesamt viel Müll in der Welt: zwei Kilo am Tag pro Bewohner. Zwar gibt es in linksliberalen Bundesstaaten ein wachsendes Umweltbewusstsein. Dort sind Plastikstrohhalme, Styroporbecher und dickere Plastiktüten verboten. Aber der Bewusstseinswandel setzt sich nur langsam im ganzen Land durch. So wird der Müll zwar getrennt, doch mangels Recyclingkapazitäten landen Dosen, Plastik und Papier aus der blauen Tonne am Ende oft doch auf der Deponie.
Griechenland: In der griechischen Hauptstadt Athen kommt die Müllabfuhr, wenn andere schlafen – jede Nacht. So verrottet der Abfall in den heißen Sommermonaten nicht in den Mülltonnen. Auch die Beseitigung ist ein dunkles Kapitel. Fast der gesamte Müll der Viermillionenstadt landet seit Jahrzehnten auf einer riesigen Deponie im Nordwesten der Metropole. Beim Abfallmanagement belegt Griechenland nach einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts IOBE unter den 27 EU-Staaten den letzten Platz. Vor allem auf dem Land ist Recycling immer noch ein Fremdwort. Selbst auf Urlaubsinseln wie Mykonos und Santorin gibt es wilde Müllkippen am Straßenrand.
Großbritannien: Im Vereinigten Königreich werden nur rund 45 Prozent des Mülls wiederverwertet. Die Briten führen stattdessen eine andere Statistik an. Sie sind eines der Länder, die den meisten Plastikmüll exportieren. Denn anders als in der EU ist dies auf der Insel weiterhin erlaubt, selbst wenn dieser im Ausland nicht recycelt wird. Flaschen und Behälter aus dem Königreich landen massenhaft in Indonesien, Malaysia oder der Türkei.
Neuseeland: Neuseeland gilt als grüne Insel – dabei produzieren die fünf Millionen Kiwis relativ viel Müll: Über 3,6 Kilo pro Person pro Tag. Eine Gemeinde in Neuseeland ließ sich deswegen etwas Schlaues einfallen: Sie belohnt ihre Bürger mit einem goldenen Sternchenaufkleber für gutes Recycling. Die Mülleimer derjenigen, die wiederholt schlecht recycelt hatten, wurden dagegen beschlagnahmt. Die aus dem Kindergarten geklaute Idee funktionierte so gut, dass bald fast 80 Prozent der Recycling-Lkw direkt zu den Sortieranlagen fahren konnten, weil der Müll gut sortiert war.
Italien: Zuerst Neapel, dann Rom: Seit Jahren machen italienische Städte Schlagzeilen mit Müllbergen, die auch mal bis zu den Fenstern im zweiten Stock reichen. Dabei verursachen die Italiener ungefähr so viel Müll wie ein EU-Durchschnittsbürger: pro Jahr und Einwohner rund 500 Kilo. Das Hauptproblem: Die meisten Italiener haben eine ebenso panische wie irrationale Angst vor Müllverbrennungsanlagen. Die Öfen gelten als Teufelswerk, die über ihren Kamin todbringendes Gift in der Atmosphäre verteilen.
Quelle: RND/saf/biho/doe/ghö/sue/bab/dsr
26. Juni 2026 17:21 — 17:21
Das klingt spannend.
26. Juni 2026 17:49 — 17:49
Toll, dass du das machst!
26. Juni 2026 18:23 — 18:23
Wieso? Das ist doch eine win-win-Situation.
26. Juni 2026 18:35 — 18:35
Na klar, ich meinte es auch mehr in der Richtung, dass du darauf zugegangen bist.
26. Juni 2026 23:09 — 23:09
Super – das freut mich für dich.
Ich glaube das würde ich mich gar nicht trauen.
27. Juni 2026 03:45 — 3:45
Du machst tolle Sachen!