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Dabei sein

Momentan sind wir viel zu viel – eigentlich nur – Zuhause. Gut ist was anderes. Wir hocken aufeinander. Zum Glück ist mein Knie inzwischen stabil, aber auch mit intakten Knie kann ich im Winter nicht mit zwei Rollstühlen rausgehen. Die Junioren müssen angezogen werden – komplett, beide, einschließlich Anorak, Schal, Mütze und Fußsack. Mit einem Helfer ist das für mich auch schon eine Mordsarbeit, denn meistens haben sie Angst, den Junioren Knochen zu brechen. Ich bin schon durchgeschwitzt, bevor wir überhaupt aus der Tür sind. Dazu kommt der Widerstand meiner Junioren, denn draußen ist es kalt und sie frieren wirklich sehr schnell. Wenn wir es aber geschafft haben, dann sind sie stolz und genießen den Spaziergang.

Unsere sozialen Kontakte sind rar. Ich habe kaum Freundinnen, weil ich auch nicht die Möglichkeiten hatte, welche aufzubauen – ich war schon immer sehr isoliert. Da ich nie außerhalb des Hauses berufstätig war, gibt es auch von Berufs wegen kein Netzwerk. Lediglich zu Eltern deren Kinder ebenfalls behindert sind habe ich vage Freundschaften aufgebaut. Diese brachen aber im Zuge des ‚Sterbens‘ der Angehörigen oder der ‚Betreuenden‘ weg, oder sie sind selbst mit der Pflege beschäftigt…

Menschen aus der Gemeinde bedauern mich. Davon können wir uns nichts kaufen. Mitleid ist schädlich und außerdem für den mitleidenden bequem. Er leidet ja auch und somit kann er nichts tun, weil… ach lassen wir das. Bin ich jetzt wieder böse, sarkastisch, patzig oder zynisch? Bestimmt! Ich sollte doch froh sein, dass wenigstens der ein oder andere überhaupt kommt.

Okay, das mag kein gutes Thema sein und ist wieder einmal nur ein Kuddelmuddelmoment für euch – für uns ist es tagtägliche Routine!

… Danke!

„Sieh zu, dass du das Herz trifft!“ schrie er. „Sieh zu, dass du mein Herz aus Stein durchbohrst! Es hat lange genug in meiner Brust gescheuert und wehgetan.“ Ich sah in seine Augen. Und in seinen Augen sah ich etwas Seltsames. Ich sah, dass Ritter Kato sich danach sehnte, sein Herz aus Stein loszuwerden. Vielleicht hasste niemand Ritter Kato mehr, als Ritter Kato selbst.

Aus: Mio, mein Mio – wie alle Bücher von Astrid Lindgren, mag ich auch dieses sehr gerne. Carsten hat eine andere Meinung und Wiebke gar keine …

mach was draus

  • aus den restlichen Tagen im alten Jahr
  • aus den Resten des Weihnachtsessen
  • aus dem Chaos in der Waschküche 
  • mit verschlafenen Junioren 
  • mit einem Knie, das langsam wieder stabil wird
  • ohne Mumm in den Knochen
  • mit etwas Fieber
  • für behinderte Menschen 
  • zwischen den Jahren
  • in den Ferien

Wenn manchmal manche Menschen doof drauf sind, dann denkt euch euer Teil, oder fragt nach, wenn ihr euch traut, warum sie so sind, wie sie sind und urteilt nicht vorschnell.

 Danke fürs lesen! 

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