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Das Glück

Da zerrten ein paar Engelchen hoch in den Lüften an einem Paket herum. Paket?
Das war ein Riesending.
Größer als im Normalfalle ein Kleiderschrank.
Für diesen ganz bestimmt nicht alltäglichen Lufttransport wären natürlich mehr Kräfte erforderlich gewesen, mehr von diesen geflügelten.
Aber man weiß ja genau, wie das so läuft.

Einer sagt: „Die sind sich nur gegenseitig im Wege!“ Und zuletzt kommt dann noch einer mit dem Personalmangel im Himmel.
„ Was ist den da drin?“ fragte ich neugierig. Sicher mich ging das nichts an. Aber es kam eben so über mich.
Vorerst bekam ich ohnehin keine Antwort.
Nebenbei dachte ich, die Engelchen sehen aus wie die von Leonardo da Vinci und könnten bereits für einen Auftritt als Weihnachtsengelchen geschult sein.

Eines von ihnen musste nach einer Weile niesen.
Klar das feuchtkalte Wetter und das Temperaturgerangel am Nullpunkt.
Dann nur das dünne Hemdchen am Leib.
Ein Engelchen nieste zur Gesellschaft mit. Und schon war es passiert.
Das Paket entglitt. Völlig Führerlos sauste es zur Erde hinunter.
Zu sehen war gerade noch, wie es auf den Abwärtswege auseinander brach.
Die lieben Engelchen begannen zu weinen.
Gern hätte ich ihnen geholfen, zugeredet, etwas Tröstliches gesagt. Aber ich wusste ja nicht, was sie verloren hatten.

Bis dann eines der himmlischen Wesen verriet, im Paket sei für alle Menschen das Glück gewesen, für jeden Einzelnen das ersehnte Glück.
Jetzt liegt also das Glück für jeden von uns herum.
Irgendwo in der Landschaft.
Eigentlich könnte es einen ja beruhigen.
Leider aber ist der Fall nicht ganz einfach.
Jetzt muss jeder selber sein Glück suchen!

noch

Traurig bin ich – noch darf ich es sein. Später dann setzte ich meine Maske auf, dass nur keiner denkt, ich sei eine Spaßbremse!

Die Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen. Viel zu viele Gedanken sind mir durch den Kopf geschossen. Dabei fehlt mir gar nicht mal mein verstorbener Mann. Er kann mir sowieso nicht helfen. Die Pastorenfreundin kommt. Helfen tut sie auch nicht. Sie versucht Gesellschaft zu leisten. Einerseits freue ich mich, andererseits ist sie mir im Weg. Ich hätte lieber Familie um mich – aber von denen habe ich nichts gehört und auf meine Kontaktversuche haben sie sich nur sporadisch gemeldet. Egal. Nein, mir ist es nicht egal – ich bin traurig. Die Kinder in den Auffanglagern gehen mir genauso wenig aus dem Kopf, wie der versprochene und nicht eingehaltene Anruf meines Bruders. Carsten hat gestern gegessen, aber kaum getrunken. Der Urin riecht streng und meine Gedanken kreisen auch darum. Wiebkes Solidarität ist in diesem Fall nicht gut…

Tja, es sind wieder nur Fragmente – unausgegoren und ungefiltert. Ich freue mich dennoch auf Weihnachten. Ganz ehrlich und meine Traurigkeit wird verwehen …

rot ist meine Farbe

Rot heißt Stopp! An der Ampel musst du stehen bleiben bei rot. Beim Fußball gibt es die rote Karte – gibt es sie auch bei anderen Sportarten? Rot ist eine Warnfarbe. Einen roten Pilz zu essen, kommt niemanden mehr in den Sinn. Dagegen schmecken rote Beeren sehr lecker. In diesem Jahr hatte ich eine einzige rote Kerze im Adventskranz. Dafür bekam ich ein riesiges rotes Herz von Wiebke geschenkt. Unser Wohnzimmerteppich ist rot und gerade trage ich einen roten Pullover. Rot glüht das Feuer im Kamin. Es ist heimelig warm. Liebe und Leben. Rot pulsiert das Blut im Körper. Rot habe ich gesehen, als die Katze mir auf den Rasen geschissen hat. Rot ist der Kirschmund meiner Tochter und rot der Tee, den Carsten stehen ließ.

Rot der Wein im Glas – samtrot! Für heute ist alles gut.

…und welches ist eure Lieblingsfarbe?

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