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dennoch schön

Das Leben ist schön, auch mit Husten, gebrochenen Zehen, Bauchschmerzen und Wutausbrüchen. Denn, wenn alles immer nur FriedeFreudeEierkuchen ist, dann wäre es langweilig. Sicher, ich könnte momentan auf den einen oder anderen Huster verzichten. Erstens ist es schmerzhaft und zweitens ist es laut und auffallend und das tun wir sowieso – nicht immer ist das schön. 

Das Leben ist schön, wenn Wiebke ihre Lieder singt. Winnewinnewippa und andere Fantasieworte. Das Leben ist schön, wenn sie klammheimliche aus dem Kühlschrank einen Schokoladenpudding klaut und dann mit braunem Schnütchen und Grinsen im Gesicht stolz erklärt, dass sie schon Mittag gegessen hat! Das Leben ist auch schön, wenn die Sonne scheint und wir spazieren können.

Das Leben ist schön, wenn Carsten ohne zu murren zwei Astronautennahrungen am Tag trinkt – zwar immer noch viel zu wenig, denn der Kerle müsste 900 kcal zu sich nehmen und das schafft er an manchen  den meisten Tagen nicht. Das Leben ist schön, wenn er andächtig zuhört, wenn ich vorlese oder wenn wir zusammen MenschÄrgereDichNicht spielen und Carsten vor lauter Freude über seinen zweiten Platz übers ganze Geschicht strahlt. 

Das Leben ist schön, wenn ich nichts erwarte und positiv überrascht werde und das Leben ist schön, wenn denn endlich mein Festnetztelefon richtig funktionieren würde …

Empfindlichkeiten

Für mich kann ich mir Empfindlichkeiten gar nicht leisen, für die Junioren tue ich es natürlich zu ihrem Wohl. Wenn sie, zum Beispiel, wie Möbelstücke durch die Gegend geschoben werden oder wenn in einem höheren Tonfall mit ihnen gesprochen wird, dann juckt es mich oft, etwas zu sagen. Vertrackt ist, dass solche Übergriffigkeiten – denn auch ein Reden, wie mit einem Kleinkind, da ist der Tonfall auch oft eine Terz höher – ist übergriffig, wenn auch nicht böse gemeint. Sie rühren aber daher, dass Gedankenlosigkeit da ist und einfach nur etwas Gutes getan werden will. Verlange ich zu viel, wenn ich möchte, dass meine behinderten Kinder als erwachsene Menschen mit kognitiven Einschränkungen gesehen werden? Ja, ich weiß, das setzt sich Gedanken machen machen voraus. Sich mit Carsten und Wiebke auseinandersetzen und sie als Persönlichkeit sehen und nicht nur als Behinderte.

Sie sind nicht die bedauernswerten Geschöpfe, die behütet werden müssen. Nicht leicht, da sie sehr klein und zerbrechlich – im wahrsten Sinn des Wortes – sind.

Fortsetzung folgt, da jetzt erst einmal Familie angesagt ist …

Sparflamme

Keine Rauhnächte, kein Schnee, heute auch kein Gast, der beköstigt werden möchte, noch kein vollgepinkeltes Bett, dafür eine singende Wiebke und ein fauler Carsten. Allein die Motivation fehlt, zum Spaziergang die Herrschaften anzuziehen – drei Leute jedesmal fertig zu machen ist nervig und obendrein anstrengend.  Ganz ehrlich; ich gäb was drum auch mal bedient zu werden! Vermutlich könnte ich das aber gar nicht genießen…

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