Kuddelmuddel

Nachts

Atemlos – noch immer ohne Sauerstoffgerät, weil laut Arzt die Blutsättigung okay ist. Ich will so ein Ding auch gar nicht haben, nimmt es mir doch sowieso die Angst nicht. Vorhin, als ich in Carstens Zimmer war, überkam mich eine große Liebe. Den Kerle darf ich küssen, er murmelt nur etwas in seinen Bart, dass ansatzweise wie Danke klingt und dann schläft er gleich weiter – routiniert. Er ist es gewohnt in der Nacht gedreht zu werden. Wiebke dagegen darf ich nur ins Bett zurückschieben und keinesfalls einen Kuss geben – ihre und meine Nacht wäre mit Gezeter unterbrochen. So denke ich es mir ganz leise, sie weiß es auch so!

Nur kann ich nicht wieder einschlafen. Meine Lunge knistert und das ist kein gutes Zeichen. Hoffentlich komme ich um Kortisontabletten herum. Allerdings, so sagt mein Pneumologe, darf ich das Notfallspray nicht überreizen, denn dann würde es zur Dauertherapie und das ist kontraproduktiv. 
Was einem so im Kopf herumgeht, in der Nacht, wenn der Schlaf unterbrochen wird. Welche Gespenster geistern und welche Sehnsüchte spuken. Wie Alleinsein sprachlos macht und welche Gedanken – positive und andere – Achterbahn fahren.  Mich macht dies  raschelnde Geräusch in meinem Körper kirre. Es gehört definitiv da nicht hin …

Alles ist okay. Alles im grünen Bereich. Vielleicht nicht sattgrün. Vielleicht eher etwas herbstlich und leicht angewetzt – aber okay! Und ich sollte jetzt wirklich schlafen, denn die Nacht ist schneller vorbei, als ich Schäfchen zählen kann.

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*-  In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

4 Gedanken zu „Nachts“

  1. M. - K. sagt:

    Wenn etwas nicht in Ordnung ist, nicht stimmt, dann belastet das. Das kenne ich auch von mir.
    Nicht, weil man irgendwelche Gerätschaften haben möchte, sondern, weil Angst nicht berechenbar ist.
    Die Liebe zu Deinen Junioren ist immer les-, vor allem aber spürbar!
    Lass freundliche Gedanken kommen, sich breit machen…Ich weiß, wenn es so einfach wäre. Aber – ich wünsche es Dir. Einfach und gut. Einfach so. Viele Grüße, morgen auch an Euch 3.

  2. mijonisreise sagt:

    Das Gefühl, das die Luft wegbleibt, das typische “giemen” nach Luft … Der rationale Geist weiß, das alles okay ist, das man nicht erstickt und die Anspannung und der Streß es noch viel schlimmer machen.
    In der Realität aber ist dennoch gar nichts okay und Streß und Anspannung sind dennoch da, auch wenn sie absolut Gift sind …
    Ich wünsch dir noch etwas Schlaf

  3. Wechselweib sagt:

    Ich wünsche dir einen in jeder Hinsicht langen Atem!

    1. piri ulbrich sagt:

      Den kann ich gut gebrauchen.

Kommentare sind geschlossen.