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mein Kindheitshaus

… ist Vergangenheit!

Es waren schöne Jahre. Es waren schwere Jahre. Es waren Jahre mit viel Lachen, Leben und auch Tränen. Dabei waren es gar nicht einmal die Jahre meiner Kindheit, eher die der Teenagerzeit. Da begannen meine Ängste! Meine Oma war nicht mehr immer da, wenn ich sie brauchte. Am anderen Ende der Stadt, eineinhalb Stunden zu Fuß weit weg. Keine Trösterin mehr – Oma wo bist du? Noch heute vermisse ich diese Frau, die mich uneingeschränkt liebte. Sie hat mir beigebracht, dass ich mich in erster Linie auf mich alleine verlassen muss. Im Haus hatte ich die ersten Jahre ein Zimmer mit einer Schwester zusammen. Das ging nicht gut. Viel zu verschieden sind wir immer noch – mir scheint wir werden niemals Freundinnen, aber ich habe sie gern.

Dies Haus, so weit weg von meiner Welt, war Schlafplatz, Streitplatz, Heimat auf Zeit. Mein Winzigzimmer mit der Dachschräge war Rückzugsort, Höhle, Himmel und Lesestube. Jetzt ist alles Vergangenheit! Das Haus ist verkauft. Eine junge Familie zieht ein – sie renovieren und reißen Tapeten ab und Mauern ein. Mögen sie dort Heimat finden. Ich wünsche es ihnen sehr.

Mein erstes Weihnachtsfest vor 58 Jahren(?) im damals neuen Haus sah ähnlich aus wie auf dem Bild. Ein Rohbau mit Tannenbaum im Wohnzimmer, das noch nicht einmal Fenster hatte…

Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨ Hier gibt es die Möglichkeit etwas in den, wenn auch nur virtuellen Hut zu werfen. Herzlichen Dank!

4 Gedanken zu „mein Kindheitshaus“

  1. C Stern sagt:

    Kindheitshäuser beschäftigen mich derzeit auch ganz intensiv – ob es diese Zeit ist, die so viele Erinnerungen zulässt? Nichts im Außen, was uns davon abhalten könnte, außer, wir sind auf den bunten Straßen unterwegs, hell erleuchtet bis in die späten Abendstunden.
    Wenn ich in hell erleuchtete Wohnungen oder Häuser blicke, dann machen meine Gedanken Räder. Was sich hinter den diversen Fenstern und Türen wohl verbirgt? Liebe und Licht, Gemeinsamkeit, Lachen, Freude, Genuss oder anderes – Trauriges, Leidvolles, Mühsames?
    Oft halten wir auch einfach nur unsere Fassaden aufrecht – um sie in unbeobachteten Momenten preiszugeben.
    Ja, Omas können fehlen, Opas auch. Mir geht es jedenfalls so. Gerade in diesen Tagen. Geliebte Menschen, sie sind um uns, wenn wir an sie denken. Nur würde ich mich auch so gerne einmal real mit ihnen unterhalten …
    Heimat auf Zeit – eine schöne Bemerkung von Dir, liebe piri, so eine Heimat hatte ich auch …
    Ich wünsche Euch noch gute Stunden im Advent,
    herzliche Grüße! C Stern

  2. quersatzein sagt:

    Wie lebens- und geschichtsträchtig sich das anhört.
    Ach ja, der Wandel und die Zeit hinterlassen mit den leerstehenden Gebäuden der Kindheit so viel Lieben, Leiden, Glück, Bangen, Hoffen…
    Wir müssen viel zurücklassen, auch von uns selber.
    Einen lieben Gruss in die Gegenwart,
    Brigitte

  3. Mona Lisa sagt:

    Heimat auf Zeit – ja!
    Erst wenn wir Heimat in uns selbst gefunden haben,
    bleibt sie und verändert sich doch auch.
    Liebe Grüße

  4. Margrit sagt:

    Oh, wo du mich daran erinnerst! Bei mir ist dieses erste Weihnachten im Haus genau sechzig Jahre her. An Neujahr kam dann dort mein kleiner Bruder zur Welt. Da gab es aber zum Glück schon Fenster.
    Vor eineinhalb Jahren starb meine Mutter, nun steht es verlassen. Die junge Familie ist noch nicht gefunden.

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