Behinderung, Familie, Gedanken

Kuddelmuddelgedankengut

Mir fällt die Decke auf den Kopf. Es ist so nötig, dass ich endlich einmal wieder aus diesem Schneckenhaus heraus komme. Ich fühle mich eingesperrt, wir sind isolierter denn je, wenn wir nicht irgendwohin gehen. Ich schaffe es nicht. Den Junioren wird langweilig. Dementsprechend ist die Stimmung gereizt. Die Herrschaften provozieren und fordern mich heraus. Ich lasse es zu und das ist nicht gut. Viel wichtiger wäre es, von der Miste zu kommen. Aber da ich müde aufwache und meine Beine wegsacken, ist nicht daran zu denken. Allein, das anziehen für drei, lähmt mich schon in Gedanken.

Seit Wochen habe ich nichts für mich gelesen und DLF läuft nebenbei – ich hoffe inständig, dass von einigen Reportagen doch ein bisschen hängen bleibt. Mein Anspruch an mich selber ist hoch und genau deswegen nervt mich dies Nichtkönnen so sehr. Nicht einmal einen Adventskalender habe ich. Ich finde es traurig. Krank sein ist Schiete!

Veröffentlicht von piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein auch. ❤️ -*-*-*-*-*-*-*-*- In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschaffen habe, anzuschauen. Dann geht's wieder ...

17 Gedanken zu „Kuddelmuddelgedankengut“

  1. piri ulbrich sagt:

    Klingt das hier jetzt jammernd? Ich bin so unsicher.

  2. mijonisreise sagt:

    Und wenn, dann hast du auch Recht drauf. Krank sein ist scheixxx. Komm gut durch den Tag

    1. piri ulbrich sagt:

      Ja, ist es jetzt jammernd oder nicht? Das ist schon wieder was, wo ich aussuchen muss – zwischen den Zeilen lesen. Ich will niemanden verletzen, aber ich möchte auch nicht so alleine gelassen sein.

  3. mijonisreise sagt:

    Ich finde es nicht jammernd. Es kann und wird aber sicher auch andere Empfindungen geben.

    1. piri ulbrich sagt:

      Danke für deine klare Aussage – ich mag klare Ansagen!

      1. mijonisreise sagt:

        Ich versuch es immer klar umzusetzen.

  4. christine b sagt:

    ich kann dir das sowas von nachfühlen!!! ihr seid gerade eingesperrt und allen ist langweilig, du bist zu schwach für alles. das ist eine schwierige situation.
    für mich sind das traurige tatsachen und gar nicht jammernd.
    liebe petra, halte durch, in einigen tagen ist alles schon wieder viel besser.
    weißt du jemanden, der deine junioren besuchen könnte, damit sie ein bisschen abwechslung bekommen?
    gute besserung wünscht christine, selber gerade am weg der besserung…. hust-schnupf

    1. piri ulbrich sagt:

      Liebe Grüße zurück – im Moment sind meine Junioren zufrieden.

  5. Paula sagt:

    Da es momentan keine Chance auf eine Gemeindeschwester oder Haushaltshilfe gibt, wie sieht es aus mit einem ambulanten Pflegedienst, der täglich morgens und abends ins Haus käme, um Deine Junioren zu pflegen? Das wäre natürlich eine Frage der Finanzierung, und die Kosten würden Dir vom Pflegegeld für die Junioren abgezogen werden. Aber so kann es ja nicht weitergehen! Du bist krank.

    1. piri ulbrich sagt:

      Das ist es doch gar nicht. Das wäre etwas geschäftsmäßig und tatsächlich ist diese Arbeit für mich gut machbar. Es ist das Alleinesein und das wäre nicht weg, wenn eine Pflegekraft käme. Diese Suppe, alleine diese Suppe hat viel mehr Zuversicht gebracht, als das schnelle Anziehen der Junioren von einem Pflegedienst bringen könnte. Da wird nach Minuten abgerechnet – wo bleibt da die Würde?

      1. Paula sagt:

        Wenn ich “Beine wegsacken” lese, stellt sich das für mich anders dar als “gut machbar”. Klar, alles was mit Geld und Bezahlung zu tun hat, ist Geschäft. Die Würde lässt sich leider nicht einfordern, aber Du wärst ja dabei und könntest ein Auge darauf haben. Das Alleinsein ändert sich dadurch nicht, aber Deine rein körperliche Belastung würde sich verringern. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Du Deine Kraftreserven überschätzt.

        1. piri ulbrich sagt:

          Hier kann ich es dir nicht erklären – es ist alles viel komplexer, als es scheint!

  6. Olpo sagt:

    Jammern ist doch ok.
    Selbst weinerlich zu jammern wäre ok im ‘Freundeskreis’ oder dem einzig verfügbaren Auditorium, wenn die Verzweiflung überhand nimmt.
    Du klingst nicht weinerlich, sondern beschreibst Deine Situation und Gedanken und Gefühle, so klar Du sie siehst – das ist eine Menge mehr als Viele können und weit von Weinerlichsein entfernt.

    Und die WinterGehirnEinstellung greift langsam – ich spüre sie auch. Man kann die Unannehmlichkeiten nicht so leicht ‘übergehen’, mental, wie im Sommer. So wie eben Deine relative Unbeweglichkeit im Haushalt, die Dir momentan sehr große Mühe macht, körperlich – abgesehen von der Einsamkeit.

    Du bräuchtest mehr reale Suppenbringer.

    1. piri ulbrich sagt:

      Ja Suppenbringer wären toll! Und, was ist eine WinterGehirnEinstellung?

      1. Olpo sagt:

        Mir ist schon als Kind aufgefallen, daß die meisten Menschen in der kalten Jahreszeit eine weniger ‘lockere’ Lebenseinstellung bekommen. Dinge, die man im Sommer leichter übergeht, wiegen im Winter schwerer. Mit einer ‘südländischen Lebenseinstellung’ ist ja gemeint, daß man das Leben gemeinhin leicht nimmt – diese Leichtigkeit des Seins fehlt den meisten Menschen bei uns im Winter mehr, als im Sommer.

  7. gerda kazakou sagt:

    … und einen zu hohen Selbstanspruch zu haben, ist auch Schiete, liebe Piri. Man kann nicht ein Leben lang mit der Peitsche hinter sich selbst stehen. Ausruhen tut auch mal not, und darauf horchen, was denn im Moment ansteht. Und da scheint mir: Schlaf, Ausruhen, Loslassen, auf kleiner Flamme kochen. Wenn dann die Kräfte wiederkommen, geht alles leicht von der Hand, was jetzt nicht funktioniert – also auch das Lesen und Lernen.

    1. piri ulbrich sagt:

      Tja, ich mache ja schon Sparflamme und fühle mich überhaupt nicht schuldig oder schlecht dabei nichts zu lesen oder zu lernen, es nervt nur – ich gucke sogar Dödelsendungen im Fernsehen.

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