Kategorie: Kuddelmuddel

Vermissen

Ganz eigenartige Eigenschaften hat das Vermissen. Wenn ein Mensch uns fehlt, ein ganz bestimmter, vermag das Vermissen sich auszubreiten wie eine Welle – eine große Welle, schwer, dunkelblau mit weißer Schaumkrone – die zahlreiche andere Menschen erfasst und uns auch sie vermissend macht, obwohl das Vermissen nur die eine Person gemeint hat – eigentlich.

Aber uneigentlich heißt Vermissen, etwas spüren können, was eigentlich gar nicht zu spüren ist. Es spüren und zugleich fühlen, dass es fehlt und Schmerz darüber empfinden, ein Schmerz, der Vermissen heißt.

Vermissen hat viele Schlüssel – goldene mit Schnörkel, die zu einer großen Truhe passen und klitzekleine alte abgeschabte für ein Tagebuch – und es schleicht sich zuweilen in unsere Herzen, wenn es noch gar nicht Zeit dafür ist.

Dann ist der geliebte Mensch, den wir vermissen werden – später – noch an unserer Seite, der Abschied noch Stunden entfernt, in unserer Brust knospt aber schon die Traurigkeit, als läge das Leben wohl viele Tage zurück.
Vermissen hat den Geruch eines Mittwochnachmittaglichts und die Farbe vom Abendhimmel, wenn die Engelchen Weihnachtsbrot backen und in manchen Momenten das schillernde spiegeln von Seifenblasen im Spätsommerlicht.

Vermissen lehrt uns, verletzt zu sein.

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Eigentlich wollte ich ein weiteres gesprochenes Gedicht bloggen. Aber dann kam mir dieser Text dazwischen…

Kindermusik

Denn ich war noch Teeny als Jim Morrison 1971 starb! Gestern auf Arte gab es einen Bericht über seine letzten Tage in Paris.


When people ask: Beatles or Stones? I say The Doors.

Diese legendäre Platte steht bei mir im Gästezimmer, allerdings ohne Plattenspieler – der ist woanders und leider fehlen Boxen und ein Steuergerät. Ich war in Paris am Grab und habe eine Rose draufgelegt. In der Metro wurde mir dann mein ganzes Geld gestohlen. Den Dieb hatte ich bemerkt und wir sind hinter ihm hergerannt, in die Hand hat er mir 4 Geldbörsen gegeben. Alle ohne Geld. Immerhin waren alle Ausweispapiere noch da. Sprit reichte bis zur Grenze, Essen nicht und von Paris habe ich nicht mehr viel gesehen!

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Duster ist es. Draußen nicht mehr so sehr: „Aber wenn du die Rollläden nicht hochziehst, dann wird es eben nicht hell!“ Mir ist das gerade recht, habe ich so noch Zeit nur für mich. Muss nicht denken, dass das Töchting aufs Klo und der Kerle sondiert werden muss. Noch ein bisschen Unbeschwertheit. Auch liegt die Tageszeitung noch im Briefkasten – ich überlege, ob ich sie nicht abbestelle, denn mich überfordern die Nachrichten. Der zweite Kaffee wird kalt. Überm Haus kreist ein Hubschrauber. Was will der hier? Sehen kann der Pilot vermutlich nicht viel, denn die Wolken hängen tief.

Ich lasse sie schlafen. Im Bett ist es warm! Währenddessen baue ich ein abgestürztes Raumschiff aus Lego wieder zusammen und hoffe der Kommandant weiß das auch zu würdigen. Zum Glück fliegen Schlümpfe unverwundbar…

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