Jeder Mensch steht an einer Stelle dieser Welt, an der noch nie ein anderer vor ihm stand. | Hannah Arendt
Reich ist die Welt, in der ich lebe, vor allem an Tod und besseren Möglichkeiten zu töten. | Dorothee Sölle
Der Himmel ist wolkenlos leicht verschleiert. „Huste noch mal!“, verabschiedet sich der Kerle (rechtzeitig) in die Werkstatt. Der Plapperhamster Frieder – na, was macht er? – er quakt es nach und von mir kommt ein peinliches: „Schlaf gut.“
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14:45 Uhr – Die großen Themen gibt es hier nicht, besonders dann nicht, wenn in meinem kleinen Kosmos unterschwellig ein Ratschlag im Raum hängt, den ich nicht hören will. Hier gibt‘s keine Drabbles und keine Reisegeschichten, nichts vom Kino und kochen mag ich grad überhaupt nicht. Das allgemeine Weltgeschehen nervt mich und Timmy (der Wal) – darf er nicht in Ruhe sterben?
Der Gärtnernachbar guckt sich meine Wiese an und schüttelt nicht nur innerlich mit dem Kopf. Jedem Kraut wird bei ihm der Garaus gemacht – klinisch rein. Da ist so ein verwilderter Garten natürlich ein Schandfleck.
22. April 2026 13:14 — 13:14
Blöder Husten, ich pfeife wie Emma, die Dampflok bei Jim Knopf. Es rasselt hervorragend und ab und zu kommt – vorsichtig leicht eklig – schaumiger Schleim. Meine Stimme hat ein interessantes Timbre. Sexy, oder vielleicht auch verrucht!
22. April 2026 20:44 — 20:44
Ich wünsche dir gute Besserung.
Und genieß deinen Naturgarten.
22. April 2026 22:57 — 22:57
Schließe mich beidem an.
23. April 2026 15:17 — 15:17
Die Insekten aber mögen deinen Garten bestimmt. Aber die fragt dein Nachbar ja nicht.
Auf meinem Balkon steht ab heute Gundermann und Spitzwegerich, fein eingepflanzt in der Hoffnung, dass alles gut wächst. Das sind nun auch Exoten inmitten aller Edelzierpflanzen meiner Nachbarn. Ich brauche die Pflanzen dringend für meine Kräutermedizin und sie gefallen mir auch noch.
Grüße schicke ich ins südliche Dorf.