Kategorie: Junioren

Mut & so

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Fähigkeit, im Beisein der Angst kreativ zu handeln.

Seit mehr als einer Woche ist mir permanent übel – eine Nebenwirkung eines neuen Medikaments. Es soll mir die Angst nehmen, macht mich aber nur unruhiger. Wenn etwas zu tun ist, ich mich sinnvoll beschäftigen kann, dann ist alles gut. Die Bauchschmerzen sind dennoch da.

Wo bleibt die Kreativität? Vielleicht da, wo ich nicht aufgebe und die Freizeit der Junioren organisiere und begleite.

ein Herz ♥️

Heiß und hitzig war der heutige Auftritt auf der Landesgartenschau. Der Kerle ist eine Rampensau und hat eine große Klappe. Der mit Abstand kleinste Mensch auf dieser Bühne war nicht zu überhören. Mein Töchting hat getrommelt, was das Zeug hergab. Auf der Heimfahrt ist sie mir fast im Auto eingeschlafen, so kaputt war sie. Glücklich kaputt!

Unsere Anfahrt war abenteuerlich, aber ich habe meinen Mut zusammengenommen und habe nette Frauen vom Personal gefragt. Das hat sich sehr gelohnt, denn genau vorm Eingang war ein Parkplatz frei. Dank deren Funkverbindungen zum Einlasspersonal, die uns den Platz warm gehalten hatten, brauchte ich mit zwei Rollstühlen nicht weit laufen. DANKESCHÖN! Der Rundgang übers Gelände war beschaulich. Der Kerle wollte die Schmiede sehen und meinte: „Die Muckis habe ich auch dazu!“ Der Schmied hat gelacht und seiner Schwester einen Schwan geschenkt. Das Gesicht vom Kerle hättet ihr sehen müssen. Der Kinnladen ist runtergefallen und so hat er dann einen großen Nagel gekriegt!

Und ich, mir wurde ein Herz geschenkt!

Sommerlektüre

Mich faszinieren gerade Familiengeschichten. Von Iris Wolff habe ich schon einen Roman einer Familie in vier Generationen gelesen: So tun, als ob es regnet – wow, eine Sprache, bei der ich nach jedem Satz meine Finger lecken kann! Jetzt lese ich von ihr: Die Unschärfe der Welt. Wieder ein Roman über vier Generation. Und wie beim ersten Buch habe ich Schwierigkeiten ins Buch abzutauchen. Das liegt aber auch daran, dass von links der Kerle auf mich einquasselt und von rechts das Töchting Faxen macht.

Beide sind mittelprächtig müde – immer noch – sie hatten heute endlich wieder einen Auftritt mit der Band. Ja, und gleich morgen noch einmal. Weil es so schön war. Schön und heiß! „Den Text muss ich noch mal üben!“, der Kerle ist kritisch. „Und du,“ sagt er zu seiner Schwester „du musst noch mal deine Handgelenke locker machen. Damit’s nicht so knallt, wenn du aufs Schlagzeug haust!“
„Mach ich gar nicht!“

Wie kann man sich bei solchen Gesprächen auf Literatur konzentrieren?

Es war ein schöner Tag. Mit meinen Junioren, mit Freunden, mit der Wunschtochter und ihren Kindern und – ich bin so stolz – der Lütte hat Oma zu mir gesagt.

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