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Frage | 24.7


Fragezeichen

 

Wie soll man dem Tod begegnen, wenn er vor der Türe steht? Soll man hoffen, soll man beten, flehen, dass er weitergeht?

Ja! Er soll nur weitergehen – denkt man und vergisst dabei, dass nur der Tod es kann verstehen, wenn einer sagt: Ich bin soweit.

Gedicht

Abendworte – nach dem Löschen

Schließt die Augen
macht sie zu
gönnt euch Schlaf
und sanfte Ruh
schaut euch eure
Träume an
denkt von Zeit zu Zeit
daran, dass nicht
alles immer scheint
– wie ihr meint!

© petra ulbrich

Gedicht

zudecken – aufdecken, anecken

Breiten wir das Leichentuch
über unsre Sünden aus.
Decken wir sie zu.

Holen wir das Wörterbuch
schauen nach und lesen draus,
was uns drückt im Schuh.

Nichts darf unterm Deckel sein
alles muss heraus,
denn was zugeschüttet wird
engt uns ein
macht krank
und bringt uns unters Tuch!

© petra ulbrich

Gedicht

easy

»Take it easy!«

Tehk it ih-si, sagen sie dir.
Noch dazu auf englisch.
„Nimm’s auf die leichte Schulter!“

Doch, du hast zwei.
Nimm’s auf die leichte.

Ich folgte diesem populären
Humanitären Imperativ.
Und wurde schief.
Weil es die andre Schulter
Auch noch gibt.

Man muß sich also leider doch bequemen,
Es manchmal auf die schwerere zu nehmen.

(aus: In meinen Träumen läutet es Sturm)

Mascha Kaléko

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… oder man nimmt es einfach auf den Rücken. Auch nicht so einfach!