Kategorie: Gedankenchaos

schlaf noch ein bisschen

Lasst mir noch Zeit, sie rennt mir davon – so denke ich. Ich sollte mich mehr kümmern, um mich, um andere und auch um die Junioren. Stattdessen gucke ich einen Film über einen Herrenschneider und nebenbei an mir herunter, sehe eine blaue Jogginghose, die noch niemals joggen war und habe meine Kaffeetasse in der Küche stehen lassen. Lauwarmer Flat White schmeckt wie eingeschlafene Füße und die Kaffeesorte, die ich mir in Ermangelung zur Rösterei gehen zu können, gekauft habe, mag ich nicht.

Schlafft noch ein bisschen, sage ich zu den Junioren Sonntagmorgens um 7Uhr. Am liebsten täte ich zaubern und es ist 12Uhr Mittag, die Spaziergangshelferin ist da, Carsten und Wiebke sind fertig angezogen, haben gefrühstückt, sind guter Dinge und wollen auch rausgehen – das ist nicht selbstverständlich, oder muss ich noch Überzeugungsarbeit leisten und sie zum Spaziergang überreden? „Wir gehen doch nachher noch zum Handball, müssen wir da auch noch spazieren gehen?“

Lasst mir noch ein wenig Zeit, noch einen Schluck kalter Kaffee, noch diesen kleinen Keks…

nichts vormachen

Wie ich entscheide, eine Situation zu betrachten, beeinflusst ganz wesentlich, ob ịch die Macht habe, sie zu ändern oder ob ich die Dinge verschlimmere. | Marshall B. Rosenberg

Passwortschutz aufgehoben: Bitte sorgfältig behandeln.

Ich mache mir nichts vor, ich brauche meine Kinder, ich vermisse sie. Einerseits ist das eine schöne Erkenntnis, andererseits ist es nicht gut. Ich bin allein! Es gibt Menschen um mich herum, natürlich – aber ich bin dennoch allein. Inzwischen bin ich auch sehr eigenbrötlerisch geworden und misstrauisch…

Ostersonntag war ein schönes Mittagessen mit zwei Frauen, sehr anregende Gespräche auf Augenhöhe und gestern ein Spaziergang im Regen. Es tut mir leid das sagen zu müssen – ich bin einsam. 

Ich hätte gerne eine Krankheit, die man behandeln kann. Stattdessen bin ich eigentlich gesund, nur meine Psyche spielt mir immer wieder Streiche und ich bin verzweifelt einsam. Viel Gelegenheit jemanden kennen zu lernen, habe ich auch nicht und jetzt, jetzt da ich Zeit habe, nutze ich sie nicht. Meine spärlichen Bemühungen scheinen ausschließlich Mühe zu sein und überhaupt nicht zu fruchten. Ganz viel läuft ins Leere. Ich bemitleide mich selber und hoffe immer darauf, dass jemand anderes mein Leid sieht. Nicht nur sieht, sondern auch hilft und sei es nur, um mich in den Hintern zu treten. 

Karsamstag

Der Karsamstag ist der Tag, an dem die Kirche der Grabesruhe Christi gedenkt und mit Fasten und Gebet seine Auferstehung erwartet, die an Ostern gefeiert wird.

Für mich hat der Samstag damit begonnen, dass ich Halsschmerzen habe – kein Wunder, ich kann jetzt krank sein! Das ist jetzt aber wurscht, um 12Uhr gehe ich zum Friseur, mit der Erwartung anders auszusehen. Nicht mehr so fad, ein bisschen peppiger. Und dann mache ich nichts mehr, außer lesen und Halswehtee trinken…

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