Kategorie: Gedanken

schreiben

Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht mehr anders zu helfen wusste. Herta Müller

Mit Herta Müller mich zu vergleichen wäre Anmaßung, tu ich auch nicht. Das Zitat sagt doch nur das, was ich denke. Manchmal schießen Gedichte aus mir heraus, manchmal einfach nur Gedanken. Nachdenklich war ich schon als Kind, habe alles infrage gestellt, konnte mit Sprüchen nichts anfangen. Sondergedanken! Januargedanken unterm Sternenhimmel sind nie ein Rosengarten und da entdeckte ich staunend mich selbst!

∙∙∙∙∙

Darf ich eigentlich um meine Gedichte buhlen – ich wünschte, sie würden als Lyrik gesehen. Frühling ist noch nicht.

bewundert werden

Schwierig – ob wirklich jemand bewundert werden will? Das glaube ich nicht. Denn, dann ist man nicht auf gleicher Stufe! Ob man drüber oder drunter ist, kann ich gar nicht sagen – jedenfalls finde ich Bewunderung für einen Menschen immer grenzwertig. Ich möchte nicht bewundert werden. Respektiert, ja sehr gerne. Kritisiert auch, wenn es notwendig ist. Akzeptiert aber immer. Als Mensch gesehen.

Bewunderung schafft Distanz und die können wir nicht gebrauchen – Nähe ist viel wichtiger. Nähe auf Augenhöhe mit dem nötigen Abstand, der mal sehr nah sein kann, aber auch eine lange Leine hat. Gesehen werden mit allen Macken und wenn diese auch mal stören, nicht gleich aufgeben – auf beiden Seiten! Dann miteinander reden, Kommunikation ist so viel wert.

Übrigens hatte ich einmal von meiner Bewunderung zu meinen Junioren geschrieben.

verwachsen tut sich‘s nicht

Natürlich verwächst sich nichts, schon gar keine Behinderung die auf einem Gendefekt beruht! Aber das wussten wir auch nach Wiebkes Geburt noch nicht. Die rote Nase des Töchtings kurz nach dem sie geboren war, kam daher, dass die Nase gebrochen war – während der schnellen Geburt passiert. An Glasknochen hat da niemand während des Notkaiserschnitt gedacht. Diese Diagnose kam erst ca. fünf Jahre später. Wie viele Verdachtsdiagnosen wir hatten und wie viele sich zerschlagen haben, daran mag ich nicht denken. Ein eindeutiges Syndrombild gibt es nicht für meine Kinder. Ein international anerkannter Humangenetiker der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität sagte mir einmal: „Ich vermute, es ist eine völlig neue Mutation. Jedenfalls kenne ich keine bekannten anderen Menschen, die diese Behinderung haben!“ Bis heute wissen wir nicht genau welches Gen betroffen ist und es ist mir auch inzwischen völlig egal. Meine Hoffnung andere Kinder mit einer ähnlichen Behinderung zu finden hat sich leider nicht erfüllt. Ein bisschen Ähnlichkeit gibt’s mit manchen kleinwüchsigen Menschen, aber deren DNA ist aufgeschlüsselt und der Kerle und das Töchting passen nicht ins Schema.

Glasknochen ist Fakt! Gebrochen haben sie sich schon viel – die Finger, die Zehen, ja auch schon Carsten den Schädel und Wiebke mehrfach die Nase. Arm und Bein, aber nie den Hals zum Glück!

Wiebkes Start in die Welt war gut. Sie hat ihren Bruder, der sie abgöttisch liebt und der ihr manchen Weg geebnet hat. Bis zu ihrem 10ten Lebensjahr hat sie nicht gesprochen, Carsten hat das für sie gemacht. Noch heute haben beide eine Geheimsprache, die nur sie verstehen …

∙∙∙∙∙

Meine blöde Lunge will Ruhe, etwas was ich ihr im Moment nicht geben kann. Kortison macht aggressiv, mein Blutdruck geht in die Höhe und meine Muskeln machen schlapp. Kranksein ist nichts für Feiglinge. Fieber hält sich aber zum Glück sehr bedeckt!

Copyright © 2026 voller worte – mit und ohne Innenfutter

Theme von Anders Norén↑ ↑

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.