Verrückt sein heißt ja auch nur, dass man verrückt ist, und nicht bescheuert. | Wolfgang Herrndorf
Kategorie: Gedankenchaos
Sprache verloren
Ich habe meine Sprache verloren!
Nicht, dass ich stumm geworden bin, aber ich habe verloren mich auszudrücken. Mir fehlen die richtigen Worte. Worte, die ankommen, gehört und verstanden werden. Manches Mal denke ich in einer Welt zu leben, in der ich ein Alien bin, unsere Familie Aliens sind und wir hier nur gestrandet sind. Ab und zu hilft uns ein Übersetzungsprogramm, in der Regel sitze ich und gucke zu.
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Nachtrag: 11:05 Uhr – Ich sei zu kompliziert haben (vermeintliche) Freunde gesagt.
a la Jackson Pollock
Gedankenertappt
Manchmal ertappe ich mich dabei: ich denke, also bin ich traurig.
Erinnerungen kommen, die nicht geklärt sind, die nicht besprochen wurden und über deren negative Auswirkungen ich immer wieder neu nachdenke. Ein Gedanke kommt hoch (wie aus den Mägen der Kuh) und bringt einen zweiten mit, der auch nicht geregelt ist. Zusammen machen sie Bauchschmerzen, aber eine Aussprache gibt’s nicht. Sie liegen sprichwörtlich im Magen.
Unterschwellig gärt es, blubbert. Ein übler Geruch liegt in der Luft und niemand mag es riechen wollen. Wie bei einem Silo kommt der Deckel drauf.
Wir haben keinen Pansen, der uns unsere Gedanken wieder hochschickt und wir sie wiederkäuen können. Wir machen es dennoch.
Wir machen es nicht klein und schicken die blöden Gedanken nach ein paar Tagen in den nächsten Magen. Dort ruht das Futter. Meine Gedanken kommen nicht zur Ruhe, ich geben ihnen kaum Gelegenheit dazu. Ich schicke die blöden Gedanken gar nicht erst in den Labmagen. Bei mir kommt’s nicht zum Verdauen. Bei mir bleibt alles irgendwie im Netzmagen hängen, oder im Rumen (Pansen). Dort rumort es und wenn ich mich nicht ausspreche, liegt es auch noch Jahre später dort und schmerzt.
Nachgedanken zu Annes schönen Beitrag: sprachsalat-a-la-carte – Wortperlen – DesignBlog