Kategorie: Behinderung

Mittwochnachmittag

Habe grad bitterlich geweint, als ich das Kiewer Sinfonieorchester auf dem Majdan in den Nachrichten spielen sah. Es hat mich überwältigt. 

Momentan habe ich eh am Wasser gebaut. Ein bisschen sorgen mich meine finanziellen Verhältnisse. Es ist nicht, dass wir zu wenig Geld haben. Wir schaffen das. Aber … , nee, das geht niemanden was an.

Zum neuen Proberaum müssen wir viel früher los – einmal durch die ganze Stadt. Zum Bahnhof in die nahe Autostadt mit den vier Ringen. Dort muss ich eineinhalb Stunden vertrödeln – im Sommer ist das hoffentlich einfacher.

Diese Angst, die Kriegsangst macht was mit mir, das ich nicht will. Bin eh ein angstbeladender Mensch, klettere Felsen hoch und steige auf Kirchtürme, balanciere auf Mauern – aber kaum kommt etwas, was ich nicht beeinflussen kann, dann ist die Angst gegenwärtig und ich bekomme Panik hoch drei.

Die Sonne scheint. Schöner Vorfrühling. Gar nicht einmal so kalt und morgen kommen Freunde zum spielen bei uns vorbei.

morgens

Es ist sechs Uhr. Ich liege im Bett und mein Gedankenkarussell rattert. Dabei sollte ich wirklich schlafen, der Tag wird anstrengend genug. Wie es in mir aussieht sieht man von außen nicht. Wenn ich es zeichnen würde, wäre es ein Mensch mit viel Durcheinander. Ein paar Synapsen finden dennoch immer ihren Weg und die Hülle sieht super aus: „Wie du das alles schaffst?“ Eine, meiner leichtesten Übungen!

Nur manchmal wünschte ich mir mehr Zeit zum schlafen. Und jemanden, der/die mit mir wesentliche Dinge ordnet.

Das Töchting wird gleich singen …

Mischgefühle

Nein, zum Krieg will ich nichts schreiben! Viel zu aufwühlend. Angst habe ich keine, dass diese Eskalation zu uns rüberschwappt, sehr emotional bin ich. Immer wieder laufen mir Tränen und wenn Carsten fassungslos fragt, dann weiß ich oft keine Antwort für ihn, weil ich ja für mich selbst keine habe.

Dann ist dieses schöne Spaziergehwetter mit wärmender Sonne und ich vergesse für einen Moment die frierenden Menschen an der ukrainischen Grenze. Wir singen und freuen uns.

Dann kommt ein unerwarteter Anruf: der Proberaum der Band muss für Flüchtlinge geräumt werden. Ganz nah kommen sie. Sie sind nicht mehr weit weg. Ist es der Krieg auch nicht? Ein neuer Proberaum ist schon gefunden – vielleicht sogar besser, weil an einem Jugendzentrum angeschlossen. Allerdings noch weiter weg vom Dörfchen.

Aber die Flüchtlingskinder können ja noch nicht einmal zur Schule gehen und ich mache mir Gedanken ums Musik machen.

Alles relativ – und die Coronazahlen steigen auch wieder …

19:28 Uhr Nachtrag am Abend: sämtliche Technik im Haus macht das, was es will und das deckt sich nicht mit dem, was ich will! Die Junioren reden beide! Nicht miteinander. Eher gleichzeitig mit mir. Das Töchting in ihrem Zimmer, der Kerle auf dem Teppich und beide heute sehr undeutlich, fast schon nörgelig. Beide Tablet mucken – die Herrschaften hatten vergessen die Dinger aufzuladen.  Jetzt geht es nicht schnell genug und: „Mama kannst du das nicht beschleunigen?“

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