Kategorie: Behinderung

vom Vermissen

Bislang habe ich die Zeit genossen und doch vermisse ich meine Junioren. Sie kommen morgen wieder. Ich freue mich sehr! Deren Freizeit ist schön – viel habe ich nicht gehört. Aber genau das ist es doch, wenn sich niemand meldet, dann flutscht es. Dass beide so einen Spaß haben, das macht auch mich glücklich.

Puh, bin ich so ein Muttertier, dass ich mich über meine Kinder definiere? Ein bisschen wahrscheinlich schon. Sie sind mein Leben. Während ich das hier schreibe, komme ich mir kümmerlich vor. Was habe ich erreicht? Für mich erreicht? Jahrzehntelang – tatsächlich jahrzehntelang – habe ich mich hintenangestellt. Und das wirklich gerne. Immer wieder wurde mir vorgeworfen, dass ich mich selbst verleugne. Ja, manchmal, gerade in den letzten zehn Jahren, hätte ich schon gerne mehr für mich gemacht. Doch man kann das auch verlernen, das etwas gutes für sich selbst tun. Aber auch schon als Kind und Jugendliche hatte ich damit Schwierigkeiten – mir wurde eingebläut, dass ich unwichtig bin. Nur im Zusammenhang, wenn ich etwas für andere tue, dann werde ich gesehen. Ob ich das noch lerne, für mich zu sorgen?

zwischen den Stühlen

Schuld bin ich mir nicht bewusst, es gab Unstimmigkeiten. Ich habe ungeschickt gehandelt. Und ich bin geizig. Ehrlich! Es geht um den Schreibwerkstatttermin: Inzwischen weiß ich, dass es Menschen gibt, die bei den Junioren bleiben können. Die Betreuung kostet mich allerdings mehr als das Doppelte, als der Kurs! (08:15: Heißt das nun als oder wie der Kurs? Meiner Meinung nach als – nur landläufig habe ich erst einmal wie geschrieben.)

Noch bin ich unschlüssig – angefragt habe ich jetzt schon mal, auch wegen der ungenauen Ausschreibung. Ganz glücklich bin ich nicht. Aber man gönnt sich ja sonst nichts und schreiben unter professioneller Obhut reizt mich schon sehr…

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… übrigens bin ich nicht nur geizig, sondern manchmal auch sehr feige! Das muss nicht jeder verstehen und ich bin auch keine Seltenheit.

Warum?

Das dritte warum – merkwürdig, warum gibt es auf solche Fragen keine Antworten? Warum ist es so, dass man nach einer schönen Zeit eher in ein Loch fällt? Warum wollen manche Menschen gar nicht wissen, was wir erlebt haben und reden stattdessen ununterbrochen von sich und ihrem wundervollen anspruchslosen Besuch, der so herrlich unkompliziert ist, aber immer genau passend zu den Mahlzeiten erscheint und kaum ist gegessen, einen langen Spaziergang machen möchte und daher keine Zeit zum helfen hat.

Als mein Kerle von der aufregenden Bahnfahrt mit Hindernissen erzählen will: „Jetzt spielen wir MenschÄrgereDichNicht!“ Nur um gleich wieder in den höchsten Tönen von ihren Großnichten zu schwärmen!

Warum lasse ich das zu? Warum gebe ich immer so schnell klein bei? Warum behaupte ich mich nicht und verteidige die Rede meiner Kinder nicht? Der eine Grund, das zu schlucken ist, dass ich auf diese Frau angewiesen bin. Zudem ist sie treu, sie kommt immer wieder – auch deswegen, weil sie ansonsten niemanden hat, den sie als Fußabtreter nehmen kann! Warum lasse ich das mit mir machen? Gut gehts mir damit nicht!

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