Audio, Gedicht, mp3

zu spät

Zwischen den Jahren
ist auch nicht anders
anders,
als zwischen der Zeit
Zwischen der Zeit
ist Gegenwart
keine Vergangenheit
und noch nicht
Zukunft
Dazwischen sein
heißt es
dabei sein
heißt es
Vielleicht
heißt es
neues zu wagen
– immer und immer wieder neu

© petra ulbrich

Veröffentlicht von piri

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Im Autismus-Spektrum bin ich obendrein. In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ❤️ | ✨

2 Gedanken zu „zu spät“

  1. Anne Seltmann sagt:

    Guten Morgen liebe piri!

    Dir und deinen beiden Herzensmenschen alles Gute für das Jahr 2026.

    Wenn ich dein Gedicht lese, spüre ich etwas sehr Vertrautes: Dieses Schweben zwischen dem, was vorbei ist, und dem, was noch nicht angefangen hat. Mir gefällt, wie ruhig und weich es das „Dazwischen“ beschreibt — nicht als Leere, sondern als einen Moment, in dem es wirklich da sein darf.
    Die Wiederholungen fühlen sich für mich an wie ein inneres Zusprechen: Es ist okay, hier zu sein. Nicht gleich zurückschauen, nicht sofort vorausrennen. Einfach Gegenwart. Und genau daraus wächst dann plötzlich der Mut — dieses leise „Vielleicht“, das einlädt, Neues zu wagen.
    Für mich ist es ein stiller, tröstlicher Text: Er erinnert mich daran, dass Veränderung nicht mit Druck beginnt, sondern mit einem bewussten Augenblick.

    Wundervoll finde ich dein Gedicht!!!

    Herzliche Grüße

    Anne

    1. piri sagt:

      Oh Dankeschön, liebe Anne!

      Auch dir die besten Wünsche im neuen Jahr!

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