Schlagwort: Junioren

wie schön, dass du geboren bist

Wie schön, dass du geboren bist. Wir hätten dich sonst sehr vermisst.

Mein lieber Sohn, als du geboren wurdest war alles anfangs sehr entspannt. Ein Samstag und wir konnten zu Fuß zum Krankenhaus gehen. Dann waren allerdings keine Hebammen da – aber das hat mich nicht beunruhigt. Blöd fand ich, dass MamS nach Hause geschickt wurde. Damals war es noch nicht üblich, dass die Väter bei Geburten dabei waren. Du warst schnell da. Es flutschte sozusagen. Dann wurde es hektisch, du wurdest mir weggenommen, sofort, ohne dass ich dich auch nur ansehen konnte. Ganz schnell musstest du in die Kinderklinik. Deine Lebenserwartung schätzten die Ärzte auf ein Jahr. Ich war so traurig!

Es ist zum Glück alles gut geworden. Du warst stark, unglaublich tapfer und zäh. Ein Kämpfer! Das bist du heute noch, auch nach so vielen Jahren. Ich liebe dich und dein Geburtstagsgeschenk bekommst du eben etwas später…

Garnelen und Skrei

Mir scheint, der Knoten ist geplatzt! Der Kerle isst, isst freiwillig und gerne. Natürlich wäre mir lieb wenn’s mehr wäre, aber ich darf nicht zu viel verlangen. Ich bin schon froh, wenn ich nicht gebetsmühlenartig immer und immer wieder ans essen erinnern muss – er tut es selbstständig! Heute Mittag waren wir zum Fischessen eingeladen. Es ist leider viel zu selten, dass wir rauskommen, umso mehr habe ich es genossen. Mir scheint, die Junioren noch viel mehr. Mein Töchting hatte ein drei Gänge Menu: vorweg einen Algensalat, als Hauptgericht Skrei auf Sahnewirsing und zum Nachtisch Schokoladeneis. Alles in extra kleineren Portion, aber sie hat es ratzfatz verputzt. Der Kerle hatte Garnelenspieße mit Knoblauchbrot. Die Portion hat er nicht ganz geschafft, aber für seine Verhältnisse supertoll gegessen!

… mir hat’s übrigens auch geschmeckt!

Langeweile

Schmuddelwetter am zweiten Weihnachtsfeiertag. Es regnet sich ein. Mir ist langweilig! Dabei hätte ich genug zu tun. Aufräumen, ein bisschen putzen – die Plätzchenkrümel und Schokoladensplitter – ich könnte auch einfach Wiederholungen im Fernseher angucken und diese neu entdecken. Aber ich lauere. Lauere darauf, dass mein Töchting ruft und aufs Klo will. Lauere, dass der Kerle vielleicht doch kotzt – er hat schon mehrmals besorgniserregend gehustet: „Mama nein, ich werde das nicht tun!“ Nur gewiss ist das nicht. Weiß ich, wie sein Magen reagiert. Er hat in letzter Zeit so viel gegessen, das ist verdächtig. Dünn und klein wird er bleiben, aber wenigstens stabil sollte das Gewicht sein! Wir haben keine Personenwaage, aber mehr als dreizehn Kilo bringt er sowieso nicht drauf. Es ist müßig sich übers Gewicht zu definieren!

Mir ist langweilig! Obwohl langweilig darf ich gar nicht sagen, ich habe genug zu tun. Nur das was ich gerne möchte, nämlich mich in mein Bett zu legen – mit einem Schmöker – das kann ich nicht. Hab immer ein Ohr und ein Auge bei den Junioren. Keiner, von denen, kann allein auf Klo oder sich was zu essen machen. Beide kommen nicht an den Kühlschrank, das Töchting vielleicht dann, wenn ich sie vorher auf den Rollstuhl gesetzt habe. Aber auch nur einen Kakao kann sie sich nicht selbst machen. Der Kerle würde auch auf dem Rolli sitzend, die Kühlschranktür nicht aufbekommen. Mir ist in soweit langweilig, dass mir eine Gesprächspartnerin fehlt. Es ist, bei allen Geräuschen, so still hier. Natürlich reden wir miteinander. Aber mir fehlt der Austausch auf Augenhöhe. Weihnachten gibts keine Helfer*innen, Weihnachten ist das Fest der Familien…

Heute Nachmittag gehen wir ins Kino!

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