Schlagwort: Junioren

Button wechseln und mehr

Sie haben beide gute Laune! Beide haben frisch pedikürte Füße, der Kerle hat seit Wochen immer wieder Durchfall. Ich habe Bauchweh und die kommen nicht ausschließlich von der Psyche. Vielleicht ein bisschen. In meiner Ursprungsfamilie sind Bauchschmerzen Usus. Ich möchte das nur zum Verständnis aufschreiben und als Gedächtnisstütze für mich.

Heute Abend habe ich den PEG-Button gewechselt. Medizinisch notwendig und eventuell verschwindet jetzt der Durchfall. Vielleicht aber auch nicht und ich liege völlig falsch. Mich hat es große Überwindung gekostet am Bauch meines Sohnes den Button zu wechseln. Immerhin habe ich das erst einmal gemacht – durch die Bauchdecke direkt in den Magen! Blut und Wasser habe ich geschwitzt und gut hab ich es gemacht. Aber dieser Durchfall macht mir Sorgen. Und natürlich ist unser Doc für 14Tage in Urlaub!

Entschuldigt mein Kuddelmuddel. Aber erstens möchte ich meinen Mut zum Buttonwechsel und zweitens meine Ängste wegen dem Durchfall erzählen. Meine Bauchschmerzen gehen davon allerdings nicht weg.

Zwei Prozent Minus

So mag ich es nicht sehen. Aber irgendwie auch nicht voll! Der Kerle hat mal wieder Magenprobleme, die mir Sorgen bereiten. Aus Solidarität trinkt das Töchting nun auch nichts. Sie ist stur und fängt sofort an zu nölen, wenn ich ein bisschen energischer werde. Okay, sie verhungert nicht gleich. Aber beim Kerle muss ich aufpassen, wenn er Durchfall hat. Hausmittel wie Banane und geriebenen Apfel oder Karotten isst er nicht – wenigstens hat er heute Morgen süßen Verdauungstee getrunken und Haferbrei gegessen.

Mein Akku ist nicht voll. Zwei Prozent weniger als sonst – und das ist sowieso nie voll!

die Spucke weggeblieben

Wisst ihr was mein Lieblingswort ist? Vermutlich ist es manchmal – so oft, wie ich es schreibe und auch im Real Life sage. Ist manchmal nicht eine Einschränkung? Aber das wollte ich in diesem Beitrag gar nicht sagen. 

Manchmal bleibt mir die Spucke weg. Ich bin eine zartbesaitete Frau – was nicht zwingend sensibel bedeutet, denn zu anderen kann ich schon recht grob erscheinen. In der Regel ist dem nicht so, aber es kommt halt so rüber. Die Spucke ist mir weggeblieben, als ich mir die Bibliothekarin ein Buch empfohlen hat: Mein pochendes Leben Ui, dass sie mich so gut kennt, das hat mich verblüfft. Gestern, während der Bandprobe der Junioren – es lohnt sich nicht vom übernächsten Städtchen nach Hause zu fahren – gestern, habe ich im Lärmpegel von Gitarre, Schlagzeug und anderen Geräuschinstrumenten, samt manchmal (da ist es wieder das Wort) schrägem Gesang, fasziniert angefangen zu lesen. Ein sechzehnjähriger koreanischer Junge erzählt seine Geschichte. Ansich nichts spektakuläres, aber dieser Arum hat Progeria! Als der Kerle ungefähr in diesem Alter war, haben mich semimedizinisch geschulte Menschen gefragt, ob er unter diesem Syndrom leidet. Das konnte und kann ich verneinen, denn dann wäre mein Sohn schon lange tot. Die Bibliothekarin hat dies, als sie den Kerle noch nicht kannte, auch vermutet und war dann sehr erstaunt, dass er schon so alt ist. Daran hat sie sich wohl erinnert, als sie das Buch entdeckte und mir empfahl. Das Buch ist sehr leise geschrieben und genau so etwas – auch wenn die Geschichte tragisch ist – brauche ich gerade.

Gut hat sie es getan, denn ich kann es kaum erwarten weiterzulesen. Nur hatte ich bis dato heute so viel zu tun und mit den Junioren im Hintergrund im Haus finde ich nicht die nötige Ruhe. Wird Zeit, dass es Abend wird und ich die Bande ins Bett stecken kann…

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