Kuddelmuddel

Lebensspiel

Das Leben ist kein Spiel, aber wenn Spiel nicht sein darf, ist es auch kein Leben.

Spielen ist leicht und schwer zugleich. Wer bestimmt? Der Kerle meinte gestern zu mir, dass es schön ist, das Leben. Gerade er, der sich in der letzen Woche wieder jeden Tag die Seele aus den Leib gekotzt hat. Mein Töchting rollt zu ihm hin und streichelt beseelt seinen Hals. Es ist das schönste Schauspiel weit und breit. So, wie diese Geschwister miteinander sind, so jemanden wünsche ich mir für mich. Ein Arsch und eine Seele!

Es heißt nicht, dass immer Friede Freude Eierkuchen ist – sie zoffen sich sehr und glucken nicht ständig zusammen. Dazu sind ihre Interessen viel zu verschieden. Aber das Leben genießen, das Leben als solches, das tun sie völlig unvoreingenommen und davon möchte ich mir so manchmal eine Scheibe abschneiden.

Alltag, Gedanken

und jetzt tu ich es doch

…nämlich übers Wetter reden!

Aber eigentlich habe ich gar nichts zu sagen, außer, dass mir sehr warm ist und sogar ich schwitze. Alles, was über die Dreißigmarkgrenze geht, ist mir zu viel. Wenn’s dann auch seit Wochen nur ab und zu zwei Tropfen regnet, dann habe ich noch weniger Lust an Gartenarbeit – noch weniger, als ich sowieso schon nicht habe. Dann wünsche ich mir eine 4Zimmerwohnung mit großen Balkon oder Terrasse ohne Rasen und Rosen. Uneinsichtig von Außen versteht sich. Bei uns auf der Terrasse sitzen wir ein wenig auf dem Präsentierteller. Nein, sitzen wir ja gar nicht – wir sind drin, weil es draußen zu warm ist. Regen ist keiner in Sicht.

Ich habe mir geschworen nicht übers Wetter zu reden und nun? Nun habe ich es doch gemacht und habe nichts zu sagen.

Einsamkeit, Gedanken

Erich Kästner sagt

Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie. | Erich Kästner

Fantasie habe ich wahrlich genug, vermutlich manchmal mehr, als mir gut tut. Angst habe ich auch und im Moment auch mehr, als mir gut tut. Der Krieg in der Ukraine und dessen Folgen für uns bereiten mir Bauchschmerzen. Ich denke an die Energiekrise und an unsere hohen Räume. Ich denke daran, dass die Junioren im Winter sowieso schon frieren. Ich sehe auch die steigenden Coronazahlen und sehe meinen zarten Kerle.

Meine Ängste blockieren mich und das macht mir wieder Angst. Ein Kreislauf, den ich manchmal unterbrechen kann wenn ich etwas zu tun habe, das ich für sinnvoll erachte […]

Ich muss gucken, dass ich diesen Kreislauf unterbreche. Heute Morgen war ich draußen und bin gelaufen, Schritt für Schritt für Schritt für Schritt. Ohne Musik auf den Ohren und es war noch nicht so heiß. Während ich durch die Weinberge lief, war alles gut. Kaum war ich daheim kommt die Übelkeit, die Trauer allein zu sein und alles allein entscheiden zu müssen und die Zukunft ist ungewisser denn je!